Telekom: Trügerische “Slim”-Euphorie überdeckt Strategie-Versagen der ÖIAG
“So euphorisch ÖVP und SPÖ auf den Einstieg des mexikanischen Investors Carlos Slims in beiderlei Gestalt, als América Movil und als Familienstiftung kommentieren, so problematisch könnte sich dieses Engagenment auf die Telekom auswirken”, kommentiert die Telekommunikationssprecherin der Grünen, Gabriela Moser, den Einstieg von Slim durch den Ankauf des Pecik-Anteils an der Telekom.
Das Außenwirtschaftsgesetz, das eine Zustimmung zu Nicht-Eu-Investoren erfordert, werde sich als zahnlos erweisen. In den Niederlanden ist Slim bei den KPN in einer schwierigen Übernahme-Auseinandersetzung: Er ist weder ein innovativer Unternehmensgründer noch ein strategisch ausgerichteter Anleger. Mittels politisch abgesicherter monopolartiger Konstruktionen hat er seinen Einflussbereich in Mittel- und Lateinamerika ausgedehnt. Das fehlende KundInnen-Service von Telmex und seiner Mobiltochter Telcel sorgt in Mexico für massive Kritik. Moser: “Slims América Movil, Marktführer in Lateinamerika, kann der TA nur Geld, aber kein Know-How bieten, geschweige denn neue Marktkonzepte. Slim wird an der Telekom verdienen, ohne etwas Innovatives beizusteuern. Bei einer Option eines 51 Prozent-Anteils von Slims verliert der 28,4 Prozent-Anteil der ÖIAG nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Wert.”
Die höchst mangelhafte Telekom-Strategie der ÖIAG in der Vergangenheit, der Verzicht auf Koopertionen mit der Swiss-Telekom, endet nun in den Armen eines mexikanischen Milliardärs. Moser: “Nicht ausgeschlossen, dass sich die Telekom-Situation durch den Einstieg Slims verschlimmert.”








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