Großdemo gegen Salzkammergut-Transit
- Fr, 17. Sep. 2010 | Mobilität
Seit Jahren steigt die Zahl der mautflüchtigen LKW-Transitfahrten durch das Salzkammergut. Die Errichtung der A9 bei Trautenfels wird die 44% Steigerung der Transitfahrten der letzten Jahre noch verdoppeln. Deshalb blockierten wir heute bei Bad Ischl die B145 unter dem Aufgebot allen Brauchtums. Dazu unsere Pressinformation:
„Die bundesländerübergreifende Protestaktion der Bürgerinitiative „Lebensraum Salzkammergut”, die heute auf Grund des überbordenden LKW-Transitverkehrs ab 13.30 die B145 für den Schwerverkehr sperren wird, halten wir für ein wichtiges Signal, um sich gegen die zunehmenden Belastungen durch die mautprellende Transport-Lobby zur Wehr zu setzen”, kommentiert heute der Grüne Verkehrssprecher Markus Reitsamer die geplante Kundgebung.
Zwar haben die Grünen OÖ im Landtag sowohl einen Antrag auf eine Tonnagebeschränkung für den LKW-Durchzugsverkehr sowie ein LKW-Transitverkehrskonzept für das Salzkammergut eingebracht, um einen Beschluss zu verhindern, werden nun vom zuständigen SP-Verkehrslandesrat Kepplinger und seinen Dienststellen mittels einseitiger LKW-Zählmethoden die dringende Notwendigkeit dieser Beschränkungen in Abrede gestellt.
„Gezählt werden nur jene LKW, die in Oberösterreich bereits vom Norden von der A1 im Bereich Thalgau/Mondsee und Vorchdorf/Regau abfahren, durch das Salzkammergut durchfahren, und in Liezen oder Eben im Pongau auf die Autobahnen wieder auffahren. Nicht mitgezählt werden jene unzähligen LKW, die aber von den Bundesstraßen ausgehend vom Norden bzw. Süden kommen!”, kritisiert Reitsamer. „Angesichts der Tatsache, dass dort besonders viele Transportunternehmen angesiedelt sind, sind die Zählungen nicht nur geschönt, sondern spiegeln auch ganz andere Ergebnisse wieder! Eine umfassende Verfolgungszählung würde die akute Belastung für die AnrainerInnen deutlich machen. Langfristig kann nur eine Tonnagebeschränkung für den gesamten LKW-Transit in Frage kommen.
„LKW-Transit gehört auf die Autobahn, und nicht ins Salzkammergut. Das sehen nicht nur die Grünen so, sondern auch über 20.000 betroffene AnrainerInnen im Salzkammergut. Das müssen auch Kepplinger und Hiesl endlich zur Kenntnis nehmen”.
Auch die Verkehrssprecherin der Grünen im Nationalrat, Gabi Moser, kritisiert die gängige Mautflüchtlings-Praxis: „Die Abnutzung des Straßenbelags durch Lkw beträgt im Vergleich zu Pkws das 60.000fache. Die Mautflüchtlinge verursachen somit einen dreifachen Schaden: Zum einen ruinieren sie auf Kosten der Steuerzahler die Bundesstraßen, prellen gleichzeitig die für die hoch verschuldete Asfinag wichtigen Mauteinnahmen und gefährden die AnrainerInnen durch Lärm und Abgase. Das kann nicht die Lösung sein”.








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