Über den Tellerrad: Der steigende Ölpreis bremst Wirtschaft und Beschäftigung, enlastet aber die Umwelt

 

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Die Folgen der Finanz- und Weltwirtschaftskrise werden noch lange zu spüren sein. Ob die Ursachen entsprechend bekämpft werden, bleibt mehr als zweifelhaft.

Im Teil 2 der Gesprächsreihe „Über den Tellerrand“ mit Alexander van der Bellen diskutierten der international tätige Ölmarkt-Analyst Johannes Benigni (JBC Energy) und der Energieexperte Michael Cerveny (ÖGUT). Der Höhenflug der Rohölpreise im Jahr 2008 wurde durch die weltweite Wirtschaftskrise vorläufig gestoppt. Aber wie werden sich die Energiepreise entwickeln, wenn weltweit wieder das Wirtschaftswachstum greift? Die Internationale Energieagentur und weitere renommierte Institute sagen eine mögliche neue Ölkrise für den Zeitpunkt voraus, ab dem sich die Weltwirtschaft wieder substantiell erholen sollte.  Denn der Höhenflug der Ölpreise hatte nicht primär mit dem Peak Oil zu tun, sondern mit Spekulation. Seit 2004 verdreifachte sich der Börsehandel mit Öl. Viele Anleger und Investoren erweitern ihr Portfolio im Ölhandel. Niemand außer die KonsumentInnen hat Interesse an einem niedrigen Ölpreis, und so wird es 2012 vor allem wegen teureren Förderstellen, unsicheren politischen Verhältnissen in den Förderstaaten, der massiven Nachfrage in China und den Schwellenländern wahrscheinlich zu einem Engpass und hohen Preisen kommen. Bei 200$ per Fass  kostet ein Liter Treibstoff 1.90 Euro und 1l Heizöl 1.60 Euro, was die Haushalte durchschnittlich jährlich um 2000 Euro mehr belastet (zum Vergleich 1999 lag der Ölpreis bei 9 $ pro Fass, dann bei 10- 16$, 2009 bei der Rekordmarke von 140 $). Auch Gas, das es noch in großen Mengen gibt, hat die beste Zeit der Versorgungssicherheit bereits hinter sich. Preissteigerungen sind auch hier zu erwarten.

Auf diese Situation müssen wir uns rechtzeitig durch mehr Energieeffizienz vorbereiten. Ich steige auf Fernwärme um und genieße mein autofreies Leben. Politisch müssen die Einsparung von Heizenergie und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs massiv vorangetrieben werden. Minister Mitterlehner versprach mir im Bautenausschuss, im Frühjahr den Sanierungsscheck ev. wieder zu gewähren (mein diesbezüglicher Antrag wurde vertagt), Verkehrsministerin Bures vertagte am Nachmittag alle meine Anträge zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs. Wie soll sich das alles noch rechtzeitig ausgehen, bis 2012 sind es noch 2 Jahre, dann ist mit einer ernsten Energiekrise zu rechen. Aber die verantwortlichen PolitikerInnen sind einfach mit Blindheit geschlagen.



1 Kommentar

  1. finn sagte am Fr. 04 Dezember, 2009 um 09:13:

    Die Ölpreise sind sehr wichtig für die Weltwirtschaft. Davon hängt echt viel ab…eigentlich fast alles.


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