ÖBB-Chef Klugar soll Versagen zugeben
“Schluss mit Schönfärbereien, das ÖBB-Management muss endlich die Kundenvertreibungsaktionen stoppen”, fordert die Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriela Moser, anlässlich der gestrigen Stellungnahme von ÖBB-Chef Klugar.
“Keine Frage, das desaströse Erbe aus der schwarz-blau-orangen Periode mit der Vernachlässigung von Strecken-Instandhaltung, Filetierung des Unternehmens, Beschluss von verkehrspolitisch unnötigen Milliarden-Bauprojekten und bilanz-zerstörerischen Spekulationen bildet einen Mühlstein für eine offensive Bahnpolitik. Doch das Baustellen- und Verspätungschaos beruht auf massiven Managementfehlern und falscher Sparpolitik. Gleichzeitig an allen Stellen Bauvorhaben mit schlampigen Sicherheitsvorkehrungen zu betreiben und dann 20 Prozent der Züge zu streichen, zeugt von betrieblichem Missmanagement auf dem Rücken des Personenverkehrs”, kritisiert Moser.
“Kontraproduktive Uralt-Zusperr-Politik”
Den Zugverkehr auf vernachlässigten Strecken einzustellen, statt zu attraktivieren, ist klimapolitisch kontraproduktive Uralt-Zusperr-Politk. In der Bundesrepublik Deutschland ging man den umgekehrten Weg: durch die Ausschreibung von ursprünglich schlecht frequentierten Strecken kam es zu einem blühenden Regionalverkehr mit massiv steigenden Fahrgastzahlen. Gänzlich kontraproduktiv ist die kurzfristige Umstellung des Stückgut-Transportes von der Schiene auf die Straße. Die Rail Cargo erhält immerhin jährlich 110 Mio. Euro an gemeinwirtschaftlichen Leistungen, damit kann der kurzfristige Einbruch beim Güterverkehr, der in diesem Fall 20 Mio. Euro ausmacht, überbrückt werden.
“Statt Baustellenchaos, Zusperren, Einsparen am falschen Ort und Informations-Defiziten muss die ÖBB endlich vom Baukonzern zum kundenorientierten Dienstleistungsbetrieb mutieren. Solange das Management dies nicht begreift und umsetzt, ist es ablösereif”, erklärt Moser und fordert Ministerin Bures auf, endlich deutliche Prioritäten in Richtung Kunden zu setzen.








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