BUWOG: Grassers Erklärungsnotstand steigt täglich

Jeden Tag erfahre ich neue Einzelheiten über den wahrscheinlich gesteuerten Verkauf von 62.000 bundeseigenen Wohnungen an den “gewünschten” Bestbieter. Sofort gebe ich sie an die Staatsanwaltschaft und die Medien weiter.  

Grasser hat bis jetzt die Hauptvorwürfe des Rechnungshofes und der Grünen in keiner Weise entkräftet. Seine “Entlastungsargumentation” geht an den zentralen Punkten vorbei und damit auf Nebenschauplätzen ins Leere. Er reduziert die Kritik an der Verschleuderung der Wohnbaugesellschaften zu Gunsten privater Investoren und die fürstlichen unversteuerten Honorare  seiner Freunde auf eine persönliche Racheaktion von Michael Ramprecht.

Unbeantwortet bleiben die Fragen,  

- warum Lehman Brother, in deren Bereich sein Freund Karlheinz Muhr tätig war, trotz höheren Angebots nur auf Grund von “Qualitätspunkten” den Zuschlag bekamen.
- warum nur im Gesamtpaket verkauft wurde,
- warum nicht alle Erlösungspotenziale genutzt wurden,1)
- warum Bauland und Sonderimmobilien zu gering bewertet wurden,
- warum die plötzlich nach dem 11. 6. 2004 nochmals eine Anbotsrunde eröffnet wurde und zum Bietersturz führte,

- warum das Land Kärnten plötzlich auf das Vorkaufsrecht verzichtete und den Bestbieter kannte,
- warum auf die Einweisungsrechte verzichtet wurde.

 

Nächste Woche informiere ich die Staatsanwaltschaft noch zusätzlich persönlich.



[1] Die Herangehensweise zum Verkauf der bundeseigenen Wohnbaugesellschaften ist höchst unprofessionell. Zur Erzielung eines maximalen Erlöses sollten nicht alle Gesellschaften in einem verkauft, sondern zuerst entsprechend den Empfehlungen des Rechnungshofes saniert, analysiert und neu geordnet werden. Innerhalb eines Jahres ließe sich mit Hilfe von 100 Personen eine genaue Evaluierung der einzelnen Wohnobjekte (Due diligence nach Lage, Umfeld, Alter, Qualität, Miete (real und potentiell), Bindungsdauer,..) durchführen. Dann wäre ein Umwandlung in AGs und ein Börsegang im Hinblick auf eine Ertragsmaximierung am sinnvollsten. (Beim Kauf der BIG-Wohnungen nahm AREV eine entsprechende Bewertung der Einzelobjekte vor und konnte eine seriöse Preiserstellung vornehmen.)Die Verbindlichkeiten müssten ebenfalls genauer überprüft werden. Ein Gesamterlös von 2 Mrd Euro wäre auf diese Weise durchaus erzielbar.Vor einem Verkauf hätte der Bund/Lehman Brothers eine Due ditiligence/Einzelbewertung der Objekte erstellen sollen. Anders als beim Verkauf von Produktionsbetrieben ist bei Immobilien nicht nur die Firmenbilanz heranzuziehen, sondern eine Objektbewertung vorzunehmen.Trotz eines hohen Honorars blieb Lehman diese Einzelbewertung schuldig und kann somit keinen maximalen Verkaufserfolg erzielen. Es erfolgte keine Leistung im Sinne einer seriösen Erhebung der Objektwerte, die Bewertungsanalyse wurde höchst oberflächlich erstellt. Deshalb wird auch die Verbriefungsvariante gewählt werden, bei der Lehman nochmals massiv mitschneidet. Abwickeln soll dies die Credit Swiss First Boston, ein Bank, bei der BM Grassers Freund Karl Heinz Muhr tätig ist. 


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