ÖBB-Baustellen und Verspätungen ohne Ende - Kundennepp

 Demo vor Ministerium     Auf der S7 zum Flughafen unterwegs

Die Klagen über die ÖBB-Mißstände reißen nicht ab, wir werden im Parlament eine harte Gangart einschlagen.  Am Freitag demonstrierten wir vor dem Ministerium. Anbei ein weiteres Beispiel einer Zuschrift: 

“Ich habe heute als langjähriger Kunde meine Jahreskarte gekündigt. Ich
darf Ihnen auch kurz die Gründe für diese Entscheidung, die ich im
Kern bedaure, erläutern:

1. ÖBB-Chaos auf der Südbahn bzw. S-Bahn Wien im Sommer 2009: pro
Fahrtrichtung im Schnitt 20 Minuten Verspätung bei einer planmäßigen
Fahrtzeit von 75 Minuten. Jeden einzelnen Tag von Ende Juni bis Mitte
September. Eine dermaßen inkompetente Planung von Baustellen und
Fahrplänen spottet jeder Beschreibung.

2. An bewusste Täuschung grenzende Informationspolitik der ÖBB zu den
geplanten Baustellen: die Dauer der Störung wurde jeweils Anfang Juli
mit “bis Ende Juli” und dann Anfang August mit “bis Ende August”
angekündigt, um schließlich Mitte September (teilweise) zu enden. Damit
wurde ich zweimal um die Möglichkeit gebracht in dieser Zeit auf ein
anderes Verkehrsmittel auszuweichen und die Jahreskarte stillzulegen.
Hätte ich Mitte Juni gewusst, dass meine Bahnstrecke bis Mitte September
mehr oder weniger unbenutzbar ist, hätte ich Juli + August mit
Sicherheit die Jahreskarte gekündigt. Aber das wäre ja im Interesse des
Kunden und nicht der ÖBB gewesen…

3. Die unsäglich unbequemen neuen ÖBB Bahngarnituren “Talent”, die
entgegen offizieller Behauptungen sehr wohl auf Mittelstrecken (>30
Minuten) eingesetzt werden. Unbequemer als diese neuen Garnituren sind
wohl nur Holzbänke oder Stehplätze in Güterwagons. Vermutlich ist der
Umbau auf Heurigensitzbänke dann der Grund für die Tariferhöhung 2010…

4. Im Jahr 2009 verging auch vor und nach dem “Baustellensommer” kaum
eine Woche, in der nicht ein Defekt der anscheinend dermaßen maroden
ÖBB Infrastruktur (Triebfahrzeugschaden, Weichen-, Schienenbruch,
Oberleitungsriss, Ausfall Sicherungsanlage, etc etc) zu einem Zugausfall
mit mehr als 30 Minuten Verspätung geführt hat. Aktuell für 10.10. -
19.10. gekündigt “rechnen Sie mit zehn bis 15 Minuten längerer
Fahrzeit”, das entspricht einer Verdoppelung für Wien Meidling - Handelskai.

5. Die Immobilienverwertungsprojekte der ÖBB (Bahnhofsumbauten Wien Süd,
West, Nord und Mitte), die dem Bahnkunden nur jahrelange
Unannehmlichkteiten bringen und zu keinerlei Verbesserung für die Kunden
bzw. der Leistung der ÖBB führen werden, sondern nur der Schaffung und
Verwertung von Immobilienwerten dienen. Das dann unter dem Slogan “wir
bauen für Sie” zu verkaufen ist blanker Hohn.
Anstatt in Immobilien zu investieren, wäre es dem Unternehmen ÖBB wohl
geraten, seine ureigensten Betriebsmittel Schiene & fahrendes Material
zu modernisieren, um endlich die andauernden Defekte in den Griff zu
bekommen.

6. Die Preiserhöhung um 5% von 2008 auf 2009 bei in dieser Zeit
gesunkenen Energiepreisen und einer Inflationsrate von 1,5%. Hier darf
der Kunde für die anscheinend fehlgeschlagenen
Treibstoffmarktspekulationen und bekanntermaßen fehlgeschlagenen
Finanzmarktspekulationen der ÖBB bezahlen.

Die kürzlich angekündigten Verschlechterungen für den ÖBB Fahrplan
2010 will ich gar nicht erst kennenlernen…

Fazit: Seit 20 Jahren bin ich Kunde der Bahn und von Jahr zu Jahr wurde
das Service schlechter, die Verspätungen häufiger, die Züge unbequemer
und die Tickets teurer.

Daher folge ich nun dem Rat der “Consultants” von Roland Berger an die
Rail Cargo Austria: Straße statt Bahn. Ich fahre mit den Auto.”

Den Bau des Wiener Hauptbahnhofes habe ich schon immer kritisch betrachtet. DAs Geld ist woanders dringender zu investieren.


1 Kommentar

  1. Erich Mickler sagte am So. 11 Oktober, 2009 um 15:18:

    “wir werden im Parlament eine harte Gangart einschlagen.”
    Wort nicht als Worte …
    Taten haben Hainburg, Zwentendorf verhindert …
    Lobau Autobahnbau, Strassen usw. kann nur verhindert werden weil 30 bis 40% und mehr der Österreicher kein Auto haben, brauchen.
    Autofrei leben, mit Österreich Tiket,
    jeden Tag, besonders am Wochende Bahn fahren, General Abonnement und NAT muß eines der Ziele der Grünen sein …
    Auto Verkehr gleich oder Reduktion, durch besseres Bahn, öffentliches Verkehrs Angebot …
    Leider ist der Zug längst abgefahren,
    hat Cross Border Leasing auch mit Hilfe der Grünen Östereich längst Ruiniert …
    Cross Border Leasing ist Gewinn, Profit um jeden Preis …
    da bleibt kein Geld übrig, nur leere Worte …
    und mit leeren Worten statt Taten siehe Hainburg, Zwentendorf,
    sind die Grünen einfach nur mehr lächerlich …
    Es braucht wieder Taten statt Worte
    Aktionen
    z.B. 100 000, 1 Million Grüne fahren täglich Bahn, kaufen fahren mit
    Österreich Karte, mit dem Ziel das daraus ein GA General Abonnement wird.
    Fahren mindestens 30 000 Km mit der Bahn jährlich
    (Bahn kein Bus, ist wie Auto ein Umweltschwein …)
    Öffentlicher Verkehr wie in der Schweiz, Ausbau wenn im laufenden Betrieb Ausbau notwendig …
    Die Schweizer fahren an Ihrer Kapazitäts Grenze,
    das muß Euer Ziel sein …
    Taten, geredet ist genug …, reden leere Drohungen,
    Sinnlos vor dem Parlament rumschreien, selten so gelacht über die Grünen …
    Erich M.


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