ÖBB-Beschwerden ohne Ende - kein Wunder angesichts der falschen Weichenstellung
- Mi, 30. Sep. 2009 | Mobilität
Täglich langen bei mir zahlreiche Beschwerden über die ÖBB ein:
Z.B: “da war eine fahrt mit dem nachtzug von belgrad nach wien, bei der wir fast 6 stunden am abstellgleis in budapest gestanden sind. die nachtzugbegleiterinnen meinte, das käme öfters vor und hätte system, um die verbindung letztlich zu streichen.
und dann am wochenende die fahrt ins gesäuse. zuerst habe ich mit befremden festgestellt, dass bis auf die beiden hauptsächlich touristisch genutzen verbindungen morgens/später nachmittag von/nach wien die verbindungen eingestellt worden sind und nur mehr der bus fährt. bei unserer fahrt gab es dann auch noch einen schienenersatzverkehr ab waidhofen an der ybbs. bei der rückfahrt nach wien hatte der bus mehr als eine halbe stunde verspätung, der anschluss war natürlich schon weg. wir sind dann bis amstetten im bus mitgefahren. dort habe ich versucht, mit einem IC schaffner zu verhandeln, ob er uns auch mit dem “einfach-raus-ticket” mitnehmen würde, da wir mit dem nächsten zug, in dem “einfach-raus-tickets” gelten, eine halbe stunde verspätung hätten. er wollte das nicht akzeptieren und meinte dann “ja was erwarten sie sich für ein 28 euro ticket?!” tja. was erwartet man sich dafür? was kommt als nächstes? ein offener güterwaggon? was wird da für eine botschaft transportiert? ich war echt baff. ich erwarte mir ein ordentliches service, für das ich bezahle, ganz einfach!
ich schreibe dir eigentlich deswegen, weil ich die angst habe, dass ein anruf bei den öbb zwar freundlich entgegengenommen wird, die reaktion aber letzlich null sein wird. ich habe da einfach den glauben verloren, dass ich bei diesem unternehmen durch meine kundenreaktion etwas verändern könnte. diese dinge haben system und dieses system wird politisch gefördert.
letzlich ist mein mail nur bitte und ermunterung, hier als opposition entgegenzusteuern - danke!!! meine stimme habt ihr seit jahren. ”
Leider regiert aktuell bei den ÖBB noch schlimmer als in den vergangenen Jahren der Sparstift kombiniert mit Buchhalter-Mentalität. Und zugleich ist Gestaltungsanspruch auch im BMVIT und in der St.Pöltner Landesregierung ein Fremdwort. Vom nötigen Offensivzugang zum Thema Öffis, den Sie ansprechen, ist weit und breit - ausser bei den Grünen ;-)) - nichts zu sehen. Die externen Berater empfehlen den ÖBB jedoch gerade aktuell, die teuren Großprojekte zu überdenken - diese sind ja letztlich schuld daran, dass vergleichsweise kleine Ausbaumaßnahmen mit viel Kundennutzen ein ums andere Mal hinten dran gereiht werden. Es ist einfach die Frage - machen wir Bahnpolitik für die Baukonzerne und die kreditfinanzierenden Großbanken, wie die Regierung und das ÖBB-Management? Oder machen wir Bahnpolitik für die Fahrgäste und für eine weniger klimabelastende Mobilität - das wäre unser Grüner Weg.







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