Sparen bei den Leuten - ungebremste Risikogeschäfte in der Finanzwelt
- Sa, 12. Sep. 2009 | Sonstiges
Knapp vor einem Jahr stand die Welt vor einem kompletten Finanzkollaps. Namhafte Investmentmanger riefen ihre Frauen an, um sie zum noch rechtzeitig zum Bancomaten zu schicken, denn bald könnten der Bankenzusammenbruch und der Vertrauensverlust zu einer Auszahlungsstop führen. (vgl. Süddt. Zeitung 11.8.2009, S. 20)
Nun ein Jahr danach ist die Talsohle des Konjunkturabsturzes erreicht, die Arbeitslosigkeit wird permanent steigen, die Staaten haben durch Rettungsaktionen in Form von Garantien und Konjunkturpaketen ihre Verschuldenrate massiv gesteigert. Österreich muss nun jährlich 2,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Zinsen zahlen - das ist jährlich der Gegenwert von zusätzlichen 18 Eurofightern. Sparprogramm von ungeahnter Größenordnung stehen ins Haus. Sozialleistungen und Pensionen werden gestrichen, der öffentliche Verkehr wird gekürzt.
Gleichzeitig steigen Manager-Boni bei gewissen Banken und läuft das Hochrisiko-Geschäft, das die Krise verursachte, wieder in vollem Umfang. Keinerlei angekündigte Konsequenzen für den Finanzmarkt in Form von höherem Eigenkapital oder funktionierender Kontrolle oder Änderung der Geschäftspolitik oder Verbot von Hochrisiko-Papieren oder Reform der Rating-Agenturen wurden gezogen. Zwei Wochen vor dem maßgeblichen Gipfel der G20 in Pittsburgh/USA steht die verantwortungsvoll produzierende Wirtschaftswelt mit willigen KonsumentInnen wie der Ochs vorm Tor der arrogant abgehobenen Finanzwelt, die sich strikt gegen Reformen verbarrikadiert. Und die maßgeblichen Politiker helfen dabei. Damit ist das nächste Finanz- und Wirtschaftsdebakel vorprogrammiert. Wegen der schwindenden Öl-Förderung werden die Preise explodieren, das Wachstum gering sein und die Beschäftigungsrate niedrig. Ein zweites Mal können sich die Staaten kein Zig-Milliardenpakete leisten, um den Zusammenbruch zu verhindern.
Eine Million Euro in 500-Scheinen mißt 13 cm. Eine Milliarde Euro 130 Meter. Die USA druckten Geld im Umfang von 600 Milliarden - 78.000 Meter von 500 Euro Scheinen, eine Höhe von 90 Mont Everests übereinander! Das alles bleibt wirkungslos, wenn nicht die Regeln im Finanzbereich strenger werden. Ich werde mit ATTAC an einer Protestwelle arbeiten.












Herzlichen Dank für Ihr soziales Engagement, Fr. Moser!
Es wird wichtiger sein denn je!
Der Ärger über die Ungerechtigkeiten der “The-Winner-Takes-It-All-Mentalitäten” ist groß! Robert Misik drückt ihn gut aus:
http://derstandard.at/fs/1252680454917/Videocast-von-Robert-Misik—Folge-94-Gierbanker-und-Abzocker—eine-Neiddebatte