Bures muss endlich Fahrgastorientierung bei ÖBB durchsetzen
“Die Verkehrsministerin und die ÖBB betreiben aus blinder Sparwut eine völlig absurde Verkehrspolitik: Während um sechs Milliarden Euro ein Tunnel zwischen Graz und Klagenfurt in Bau ist, wird die Zugverbindung zwischen Graz und dem wesentlich größeren Linz auf Regionalzugs-Niveau ausgedünnt und ab Dezember kein Schnellzug mehr fahren,” kritisiert die Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriela Moser, die Pläne der ÖBB, die Schnellzüge Linz-Graz auf Bus umzustellen. “Die Strecke Linz-Graz wird gerade um viel Geld ausgebaut, zugleich soll der Schnellzugverkehr auf Null reduziert werden - das versteht kein steuerzahlender Fahrgast. So sieht das Ergebnis völlig falscher Verkehrspolitik aus, die in erster Linie Baupolitik jenseits der Bedürfnisse der Fahrgäste ist. Autobahnen statt Schienenausbauten führten zuerst zu Verkehrsverlagerungen auf die Straße und schlechter genützten Zügen, die dann schrittweise eingespart werden. Die Pyhrn-Route ist das schlimmste Negativ-Beispiel für diese umwelt-, klima- und fahrgastschädliche Verkehrspolitik von Bures, ihren Vorgängern, LH Pühringer und Voves. Nun ist es hoch an der Zeit, dass Ministerin Bures endlich die Fahrgastorientierung bei den ÖBB durchsetzt und die Bau-Vorhaben redimensioniert”, so Moser.
Bahn ist wichtiger Wirtschaftsfaktor für Österreich
Die Einsparer bei den ÖBB und ihre politischen HelfershelferInnen vergessen, dass die Bahn ein wichtiger österreichischer Wirtschaftsfaktor ist: Der öffentliche Verkehr gibt 170.000 Menschen und damit jedem 18. unselbstständig Beschäftigten Arbeit - noch. Wer beim Angebot auf der Schiene spart, spart auch sonst am falschen Platz: Niederrangige Straßen haben miserable Kostendeckungsgrade - diese Straßen aufzulassen wird dennoch nie in Erwägung gezogen.
Für die Grünen ist der Plan, die Zugsverbindung zwischen der zweit-und drittgrößten Stadt Österreichs zu killen, der Tropfen, der das bahnpolitische Skandalfass zum Überlaufen bringt. Moser: “Wenn das Unternehmen ÖBB nicht mehr im Stande ist, ein Minimum an Fernverkehr auf der Strecke Linz-Graz anzubieten, dann muss man alternative Anbieter andenken!” Moser fordert daher umgehende Maßnahmen, den innerösterreichischen Fernverkehr auszuschreiben und wird im Nationalrat ein attraktives Fahrplan-Paket der Grünen einbringen, gegebenenfalls schon bei der möglichen Sondersitzung kommenden Dienstag.







Ist ja in Oesterreich leider so ueblich, dass Infrastrukturmassnahmen fuer die Bauwirtschaft sind, und nicht fuer die Kunden. Bahn, Autobahn, U-Bahn, Bahnhoefe, usw. usf.
Der Gedanke an alternative Anbieter ist durchaus Attraktiv, allerdings muss die Qualtiaet der Infrastruktur sichergestellt sein (um nicht Englische Verhaeltnisse zu Provozieren).
Was es hier eigentlich braucht ist Kostenwahrheit auch auf der Strasse. Jeder Strassennutzer sollte genauso fuer die Infrastruktur zahlen die ein Bahn-, oder Strassenbahnnutzer. Dann saehe das Verhaeltnis gleich ganz anders aus. Solange Strassen und deren Erhaltung viel staerker aus Steuermitteln finanziert werden, als Schienenwege (deren errichtung und Erhaltung i.d.R. durch das Verkehrsunternehmen bestritten werden muss) sehe ich nicht wie man dieses Missverhaeltnis Strasse/Schiene leicht verschieben kann.