Republik: mit 90 Jahren vor Gesamtherausforderung
Bei den heutigen Feierlichkeiten zur Republikgründung hielt Frau Dr. Johanna Rachinger, die Direktorin der Nationalbibliothek eine kritische Rede zum Selbstverständissen und den Versäumnissen der Republik. Sie setzte sich sowohl mit der Zeit des Ständestaats also auch mit der Zeit des Nationalsozialismus sehr offen und differnziert auseinander. Mir kam der Gedanke, dass historische Prozesse durchaus zu paradoxe Konstellationen führen können: 1918 wollten die wenigsten eine staatliche Eigenständigkeit und die meisten ein Aufgehen in einem größeren Staatsgefüge. Nun 2008 kann sich Österreich durchaus glücklich schätzen, in der Europäischen Union vor Währungsturbulenzen geschützt zu sein, aber doch dominisert die EU-Skepsis, und mit einer platten Zuerst-Österreich-Gesinnung werden Wahlen gewonnen ! 90 Jahre Republik bedeuten eine mühsame Entwicklung zu einer sich als staatliche Einheit fühlenden Gesellschaft. Die ehemaligen Kronländer der Monarchie verstehen sich nun als Bundesländer - mit kostenaufwendigen Verwaltungen!
Wie die Gesamtherausforderung einer Bundesstaatsreform mit bürgernahen und effizienten Verwaltungssystemen verwirklicht, wie die Gesamtreform eines Gesundheits- und Bildungswesens bewältigt werden kann, wie die Riesenherausforderung einer Ökologisierung der Wirtschaft (Klimaschutz-Offensive) aufgenommen wird, dazu soll es nicht 90 Jahr, sondern nur 9 Jahre dauern. “Wir können auch, und meist besser!” so schloß LH Sausgruber von Vorarlberg seine Rede mit Anspielung an Obama. Bitte zuerst bei der KlimschutzOffensive und Bundesstaatsreform!







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