Klima schützen – der Geldbörse nützen: Runter mit den Betriebskosten

Passiv-Solar-HÄuser

Altbausanierung hilft Heizkosten zu reduzieren und ist ein großer Schritt in Richtung Unabhängigkeit von Öl- und Gasimporten und Klimaschutz

 

Die Heizkosten steigen, das Klima verändert sich, die Konjunktur droht einzubrechen. Als Gegenstrategie empfiehlt sich seit Jahren eine Wohnbau-Sanierungsoffensive: Als Win-win-Projekt führt sie bei einer 50 m2 großen Wohnfläche zu Kostenersparnis für jede/n einzelnen von durchschnittlich 25 Euro pro Monat ( mittlerer Sanierungsgrad; bei Passiv-Haus-Standard 36 Euro pro Monat, vgl. Modellprojekt in Linz-Makartstraße), schützt das Klima und schafft laut WIFO-Berechnung österreichweit dauerhaft 15.200 Arbeitsplätze. Außerdem wird die Handelsbilanz entlastet, schließlich fließen täglich allein aus Oberösterreich 300 Millionen Dollar in Richtung Ölscheichs.

Verschiedenste Studien belegen seit Jahren diesen  positiven Vierfach-Effekt.

 

Die österreichische Armutskonferenz hat bereits davor gewarnt, dass sich – je nach Strenge des Winters – bereits im kommenden Winter bis zu 500.000 Haushalte das normale Heizen nicht mehr leisten werden können oder dies mit einer akuten Verschuldung verbunden sein wird.

Der Heizkostenzuschuss bildet eine Milderung, kann aber bei den enormen Größenordnungen der Verteuerung keine Lösung darstellen.

 

Bis jetzt fehlt es an der nötigen Initiative des Bundes, die Sanierungs-Offensive so richtig in Schwung zu bringen.

Bis jetzt verabsäumten es sämtliche Finanzminister, besonders BM Molterer, bei den Finanzausgleichsverhandlungen die Mittel für die Wohnbauförderung ausdrücklich im Sinne des Energiesparens und des Klimaschutzes mit Auflagen an die Länder zu junktimieren.

Das Gegenteil war der Fall, seit den neunziger Jahren wurde die Höhe der Mittel nicht inflationsbereinigt, der Verwendungszweck wurde in Richtung Infrastrukturmaßnahmen erweitert. Zur Verankerung der Klimaschutzziele stellte er einen 15a-Vertrag zwischen Bund und Ländern bis September 2008 in Aussicht (am 1.1.2009 sollte er in Kraft treten). Umweltminister Pröll scheiterte mit seinem Entwurf nun am Widerstand Vorarlbergs, auch Tirol, Salzburg und das Burgenland wollen weiterhin Gebäude mit Ölheizungen fördern. Damit bleiben Energiesparen und Klimaschutz den jeweiligen Budget-Überlegungen der Länder ausgeliefert. Angesichts der Landes-Budget-Nöte drohen die Entlastungsmaßnahmen für die Bevölkerung im Wohnbereich wiederum den Kürzeren zu ziehen.

All dies führte zu einer Aushöhlung des Wohnbaus und vor allem der Sanierung.

 

Die neue Studie des IIWB belegt diese dramatische Entwicklung.

 

Zweifellos sind zusätzliche Mittel des Bundes für die Wohnungssanierung nötig. ExpertInnen sprechen z.B. allein in Niederösterreich von einem Förderbedarf von 387,4 Millionen Euro (NÖ-Studie, S. 27).

Ein Vielfaches dieser Summe muss im Rahmen der Steuerreform aufgebracht werden (verschiedene Möglichkeiten), sonst geht die Wohnungssanierung zu Lasten des Neubaus, was zu Preisanstieg und Wohnungsknappheit führen würde.

 

Moser: „Die desaströse Wohnsanierungs-  und Klimaschutzpolitik der VP-Spitze auf Bundes- und teilweise Landes-Ebene müssen jetzt die Menschen mit teuren Heizungskosten zahlen. Heizkostenzuschüsse allein sind der falsche Weg. Molterer und Pröll haben österreichweites Energiesparen und Klimaschutz im Wohnbereich faktisch an die Wand gefahren. Nun bleibt nur der Sonderweg Oberösterreichs.“

 

Die Bundesgrünen haben deshalb ein ökologisches Entlastungspaket im Wohnbereich geschnürt:

 

  • Minus 90 Prozent: Eine gesetzliche Sanierungspflicht sorgt in den kommenden fünf Jahren gemeinsam mit Förderungen für die Wärmedämmung von 100.000 schlecht isolierten Wohnungen. Bis 2030 wird eine halbe Million Wohnungen von Energieschleudern zu Passivhäusern. Und die Heizkosten sinken um 90 Prozent.
  • Gratis Kessel-Tausch für alle: Raus mit dem alten Ölkessel, rein mit der sparsamen Pellets- oder Solarheizung. Ohne zusätzliche Kosten. Der Staat schießt die Investitionskosten zur Gänze vor. Die Heizrechnung sinkt sofort um (durchschnittlich) 1500 Euro pro Jahr. Die Haushalte zahlen mit diesen eingesparten Kosten die Hälfte der neuen Heizung in Raten zurück. Die andere Hälfte wird vom Staat gefördert. In den kommenden fünf Jahren stellen wir 300.000 Haushalte von Öl auf Pellets und Sonnenenergie um, bis 2020 sind 800.000 Haushalte auf klimafreundliche Heizsysteme umgestellt

 

1. Die Umstellung weg von Öl und Kohle leistbar machen:

 

Auf Initiative der Grünen fördert das Land Oberösterreich massiv die Umstellung von Öl und Kohle auf Pellets: Rund ein Drittel der gesamten Umstellungskosten werden hauptsächlich vom Land gefördert, bis zu 4500 Euro an Förderung bezahlt. Die OberösterreicherInnen reagieren sehr positiv auf dieses Angebot, noch nie hat eine Förderaktion eine derart starke Reaktion hervorgerufen, Tausende wollen und werden umstellen. Ein Boom auch für Oberösterreichs Biomassekesselproduzenten: Erwartet werden heuer alleine für Oberösterreich deutlich mehr als 2000 neue Pelletsheizungsanlagen.

 

Die Grünen werden sich dafür einsetzen, dass diese in Österreich einzigartige, vorerst bis Jahresende befristete Förderaktion in Oberösterreich auch im kommenden Jahr fortgesetzt wird.

 

2. Runter mit dem Energieverbrauch – Oberösterreich braucht eine thermische Sanierungsoffensive:

 

Gleichzeitig fordern die Grünen eine viel stärkere Unterstützung dieser Förderaktion durch den Bund und würden sich im Fall einer Regierungsbeteiligung auf Bundesebene für die Entlastung von Menschen durch einen Sanierungsmix von Gebäuden einsetzen, wie es eine Studie der Umwelt Management Austria über Niederösterreich vorschlägt. Allein 2300 Arbeitsplätze würden dadurch in Oberösterreich entstehen.

 

Diese jüngst von der niederösterreichischen Landesregierung und der Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam in Auftrag gegebene Studie hat ein enormes Potenzial für Energieeinsparung durch eine Sanierungsoffensive belegt: So könnten durch eine gezielte thermische Sanierung des Altbestandes durchschnittlich 30 Prozent des Heizenergiebedarfes der niederösterreichischen Haushalte eingespart werden. Die CO2-Emissionen in Niederösterreich könnten um rund 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr abgesenkt und die Energieimporte für Niederösterreich um rund 200 Millionen Euro jährlich reduziert werden. Alleine in Niederösterreich könnten für die Dauer des Sanierungsprogrammes bis zu 10.000 Dauerarbeitsplätze geschaffen werden.

Und enorme Einsparungen an Energiekosten von 1200 bis zu 4000 Euro in Extremfällen wären möglich.

Dieser Sanierungsmix umfasst verschiedene Maßnahmenpakete (S.26ff) und bringt durch Erreichen des Niedrig- oder Passivenergiestandards den Menschen bzw. Familien neben der Heizkostensenkung eine erhebliche Wertsteigerung ihrer Immobilie.

 

LAbg. Maria Wageneder und LR Rudi Anschober sehen großen Handlungsbedarf in Oberösterreich – Energiewende, damit Heizen wieder leistbar wird und Oberösterreich für die nächsten Generationen das Klima schützt

 

Während es heuer gelungen ist, Oberösterreichs Wohnbauförderung beim Neubau sehr attraktiv und umweltorientiert zu gestalten, ist die thermische Sanierung in Oberösterreich noch weit nicht dort, wo sie hinkommen muss.

 

Die Ausgaben für die Haushaltsenergie steigen, der Wärmebedarf im Wohnbereich verursacht sogar 25 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. Doch gerade bei der Raumwärme besteht ein enormes Potenzial zur Senkung des Energieverbrauchs. Dennoch sinkt der Anteil der Sanierungsförderung an der Wohnbauförderung: Erreichte sie in der Vergangenheit bundesweit bis zu einem Viertel der Förderungsausgaben (2001), lag ihr Anteil 2007 bei nur noch 19%. Zwei Drittel der Wohnbauförderung fließen in Neubauten. Gerade in Oberösterreich ist dieser Förderanteil des Sanierungsaufwands unterdurchschnittlich und er sinkt trotz einem attraktiven Angebot von Förderungsinstrumenten für thermisch hochwertige Sanierungen weiter.

 

„Diesem Trend müssen wir schleunigst entgegen wirken”, so LAbg. Maria Wageneder, „wir verschleudern Geld für teure Öl- und Gasimporte aus Russland und Saudi Arabien, während Familien sparen müssen, um die Heizkosten zu begleichen. Der bestehende Heizkostenzuschuss mag zwar kurzfristig helfen, ist aber sicherlich keine langfristig sinnvolle Lösung!” Eine gute Wärmedämmung hilft dem Klimaschutz und macht Wohnen billiger.

 

In Oberösterreich stammen rund 160.000 Wohneinheiten aus den Jahren 1945 bis 1980. In diesen Zeiten wurde häufig schlecht isoliert, vielfach sind diese Gebäude wahre Energieschleudern. Ein Altbau verbraucht im Vergleich zu einem Niedrigenergie- oder Passivhaus bis zu 15 Mal mehr an Energie. In Zahlen heißt das: jährliche Heizkosten von 2.000 bis 3.500 Euro für die BewohnerInnen. Durch eine Sanierungsoffensive für diese Altbestände kann der Energieverbrauch im betreffenden Gebäudesektor sprunghaft um 40 bis 90 Prozent verringert werden. Das bedeutet nicht nur einen riesigen Schritt in Richtung CO2-Reduktion und Unabhängigkeit von fossiler Energie, sondern schont auch das Geldbörsel der einzelnen Haushalte.

 

Warum aber wird das bestehende Angebot nur unzureichend genutzt?

 

Im Vergleich zur Neubauförderung fällt die Sanierungsförderung gering aus. Sowohl im mehrgeschossigen Wohnbau, als auch bei Eigenheimen greifen die Maßnahmen der Wohnbauförderung sehr schlecht. Offensichtlich sind die Anreize für die einzelnen BauwerberInnen zu gering und das Budget insgesamt unzureichend.

 

Ein Konzept, das HausbesitzerInnen attraktive Anreize bietet, um ihre energiefressenden Häuser entsprechend zu sanieren, fehlt bislang, wird aber dringend gebraucht.

„Der für Wohnbau zuständigen LR Kepplinger soll ein Konzept vorlegen, wie in Oberösterreich die Sanierungsrate wesentlich erhöht werden kann“, fordert Wageneder.

Im Jahr 2007 wurden insgesamt 11.919 Wohneinheiten saniert, das ist nur ein einziges Prozent der bestehenden Altbauten. Als erster Schritt muss dieser Anteil verdoppelt werden. Dies wurde am 25. August von der Landesregierung auf Antrag von LR Anschober im neuen oö. Klimapakt auch beschlossen.

Die Grünen Vorschläge dazu:

  • Umsetzung eines Steueranreizmodells durch die nächste Bundesregierung für fünf Jahre
  • Novellierung des Wohnrechtes und des Mietrechtes durch den Nationalrat
  • Novellierung der Baurechtsvorschriften
  • Antrag der Grünen im Landtag an LR Kepplinger, bis Jahresende ein Detailkonzept samt Varianten und Budgetberechnungen für eine Sanierungsoffensive in Oberösterreich vorzulegen – Kepplinger ist diesbezüglich säumig!
  • Anschließend Parteienverhandlungen für eine Novellierung der Wohnbauförderungen mit dem Schwerpunkt einer Sanierungsoffensive –  Beschluss noch in dieser Legislaturperiode
  • die Möglichkeit von finanziellen Direktzuschüssen anstatt Annuitäten-zuschüssen schaffen.

 


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