KundInnenfreundlichkeit der ÖBB
Gestern lernte ich beim Schienen-Ersatzverkehr von Leobersdorf nach Weissenbach wieder die”höhere Weisheit” der Kundenvertreibung kennen: Die Bahnstrecke wird automatisiert. Deshalb ist sie gesperrt. Der Schienen-Ersatzverkehrs-Bus fährt 10 Min. später als der Zug. Er fährt langsam, der Fahrer telefoniert mit dem Handy, er durchkurvt die Orte, er endet weit vor dem Bahnhof in Weissenbach: insgesamt bin ich fast eine halbe Stunde länger unterwegs als mit dem Zug!
Wunderschön waren die Steinwandklamm und dei Myrafälle trotzdem!
Glücklicherweise klappt die Rückfahrt von Gutenstein dafür besser! Also sind die ÖBB für Wanderausflüge ohne Zeitdruck doch zu empfehlen.
Heute entdecke ich bei der Durchsicht meiner 80 Mails ewieder ein Fallbeispiel, wie die Nerven der Fahrgäste durch Mitarbeiter derÖBB strapaziert werden. Ein Mailschreiber wandte sich mit folgender Sachverhaltsdarstellung an mich:
Rückreise mit der Eisenbahn in einem “grenzenlosen Europa” - eine Odyssee
Gegen 16,30 h treffe ich im Bf. Pamhagen (der RÖEE/GYSEV) ein.
Ich sehe mich nach einem Fahrtkarten-Automaten um.
Doch es gibt keinen. Schließlich gehe ich an die
Kasse. Dort telefoniert gerade ein Fahrdienstleiter.
Er würdigt mich keines Blickes und macht auch keine
Anstalten, das Gespräche zu beenden. Nachdem ich
sieben Minuten gewartet habe, gehe ich. Schließlich
ist mein Zug in 5 Minuten fällig.
(Naja, ein Dienstgespräch dürfte das gerade nicht
gewesen sein.)
Auf dem Bahnsteig ist eine 4024-er Garnitur der ÖBB
bereitgestellt. Ich hoffe insgeheim, im Zug einen
Automaten zu finden - Fehlanzeige.
Da kommt eine junge Zugbegleiterin in der typischen
Uniform der GYSEV vorbei und verlangt den Fahrschein.
Als ich darauf hinweise, daß ich keine Gelegenheit
hatte, einen Fahrschein zu drucken, bekommen ich zu
hören: “Ich bin der Automat”.
Anfangs entzückt über diese köstliche Aus-/Ansage,
schießt es mir gleich durch den Kopf, daß ich als
Inhaber einer VC mit Zahlungsfunktion wieder einmal
“der Gschapste” bin.
Hier muß ich bar bezahlen, bekomme nur 45 statt
50 % Ermäßigung und Bonuspunkte sammle ich
auch keine.
Umweg
So komme ich auf die Idee, mir nur ein Ticket
bis Neusiedl am See ausstellen zu lassen, will
ich doch dort in den Zug 7831 der Neusiedlersee-
bahn umsteigen und via Eisenstadt und Wr. Neustadt
nach Payerbach-R. kommen.
(Von früheren Fahrten weiß ich: Dort verkehren 5047-er-
Triebwagen, und die haben einen Automaten.
Doch diese Lösung spielen ’s nicht.
Wie mir das nette Mäderl sagt, gibt es dort einen
Schienenersatz-Verkehr zwischen den Bahn-
höfen Purbach und Wullkaprodersdorf´.
D. h. “die Wedln vom KWDL” (wie früher der Kraft-
wagendienst der ÖBB genannt wurde)) nehmen keine
Fährrräder mit).
Bekanntmachung?
Seit wann gibt des diesen Schienen-Ersatzverkehr?
“Seite heute” (Mo., 9. Juni) sagt mir “das Schaffner-
Mäderl”. Schon ein Pech für den Kunden, daß er
nicht ins Netz geschaut hat.. In Pamhagen fällt mir
nämlich kein Aushang auf, als ich tags darauf nach Wiener
Neustadt komme (immerhin Ausgangs- bzw. Ziel-
bahnhof der KB-Strecke 730) allerdings auch nicht,.
und in meinem “Heimatbahnhhof” schon gar nicht.
Wie wär ’s mit einem Fahrrad-Anhänger am Bus?
Die Route entlang des Sees wird bekanntlich von
Radlern häufig benutzt.(Und weiter oben auf den
Hügeln gibt es auch noch den “Kirschblütenweg”).
Was spricht gegen diese Lösung, zumal die Strecken-
unterbrechung noch bis in den September hinein
dauern soll?
Aber kann man das von einem inflexiblen und
kundenfeindlichen “Verein” wie den ÖBB über-
haupt erwarten?
(Und was machen die Touristiker? Die dösen,
wie es in diesem Bundesland üblich ist.)
Rückschritte…
Nun haben Insider schon früher darauf aufmerk-
sam gemacht, daß der “4024-er-Talent” nicht
eben ein technisches Wunderding ist.
Die Garnituren sehen zwar - als Niederflurwaggons -
von außen sehr schnittig und modern aus.
Aber das ist alles “nur Fassade”.
Nur der Einstieg ist “Barriere-frei”.
Und in den Wagen selbst geht es die Stufen
hinauf und die Stufen hinunter. Wenn man
da nicht aufpaßt, liegt man auf der Nase.
Und solche Gefährte werden älteren Fahr-
gästen und Behinderten zugemutet.
Laufruhe: mit jener der Dosto-Garnituren
nicht zu vergleichen.
Als ich das erste Mal mit einem 4024-er saß,
fühlte ich mich wie in einem”Rüttel-Schüttel-
zug” früherer Jahrzehnte.
Stillstände+Verspätúngen
16,57 h im Bf. St. Ändra am Zicksee. Die Garnitur
fährt in den Bahnhof ein - und der Motor setzt aus.
Doch nicht wegen des Abwartens des Gegenzuges.
Mir schwant gleich einmal Böses.
Dann sehe ich auch schon den Lokführer aus seinem
Fahrzeug steigen. Er läuft zurück, hantiert mit einem
Schraubenschlüssel.
(Das erinnert mich an jenen Fahrplanwechsel (2005?).
als die 1042-er zu Wendezügen der Reihe 1142 um-
funktioniert wurden. Da klappte es mit den Türsteuerungen
nicht. 20-minütige bis halbstündige Zwangs-Aufenthalte waren
keine Seltenheit. Die Misere dauerte etwa ein halbes
Jahr, bis man endlich den Fehler herausgefunden hatte.
Da war doch noch “zu Draxlers Zeiten” oder?)
Frage: Sind die ÖBB “lernfähig”?
MITNICHTEN (bitte weiterlesen)!
Mit + 15′ setzen wir unsere Fahrt fort.
Lokführer-Wechsel im Bf. Neusiedl am See.( “Der
Lotse geht von Bord”.)
Wir kommen nach Parndorf, nach Gramatneusiedl.
Holen wir Zeit auf? Nein, im Gegenteil.
Wir haben gerade Kledering passiert, als der Zug neuer-
lich zum Stillstand kommt. Diesmal auf freier Strecke.
Der Lokführer kommt durch den Fahrgastraum,
die Schiebetür öffnet sich “mit Sirenenton”.
Der “Tfzf” weist die Zugführerin an, doch die Tür
“zu bewachen”. Auch er hantiert mit diesem Rund-
schlüssel. Es vergeht Zeit, Zeit, Zeit…
Für mich wird es “eng”. Schleßlich hätten wir
um 18,09 in Wien SO sein sollen.
Den ersten Anschlußzug (18,17 h) habe ich schon
versäumt. Nun “wackelt” der nächste (18,57 h).
Endlich sagt der Lokführer, er werde jetzt mit
40 kmh an die Plattform fahren, “damit die Leute
aussteigen können”..
( Warum er nicht schon früher er auf diesen Gedanken
gekommen ist….)
Inzwischen hatten uns übrigens schon zwei
Züge Richtung Südbf. passiert. Aber Umsteigen
auf freier Strecke?
Um 18,46 h kommen wir endlich an.
Da sehe ich auf der Anzeige am Bahnsteig, daß
der Zug zu dieser Minute schon in die Gegenrichtung
hätte abfahren müssen.
Meine Leidensgenossen, die Pendler, sind ja nicht
zu beneiden…
Unkosten
Also schnell “Trittroller” hinunter in die Halle,
am Automaten ein Ticket gedruckt, und hoch
zu den Bahnsteigen 11 - 19. Ich schaffe es
gerade noch, ein Weckerl zu kaufen, dann
muß ich .- ebenfalls “Trittroller fahrend” - schon
zum Zug.
Frage: Müssen die Automaten ganz unten
in Reih und Glied in der Halle stehen?
TARIFLICHES - ein Vergleich macht einen - UNSICHER
Neusiedl - Payerbach-R. via Ebenfurth: 101 km?
(rechne ich nach dem Buchfahrplan die Strecken
500/510 + 730 so komme ich auf 35 + 65 = 100 km
Fahrtkosten für 101 km (nächste Staffel) € 9,40 mit VC
Pamhagen - Payerbach-R. über Wien 178 km?
(lt. Buchfahrplan ergeben die Strecken 731 ´+ 500/510
90 + 85 = 175 km
Fahrtkosten für 175 km (gleiche Staffel) € 11,90 mit VC
Tatsächlich bezahtl:
Pamhagen - Neusiedl am See “Übergang” - 37 km
(Karte im Zug gelöst ./. 45 % ) € 3,80
Neusiedl am See - Wien S. 53 km
(auch im Zug ) € 5,70
Wien Süd - Payerbach-R. 85 km
(am Automaten ./. 50 % € 7,60
Summe €17,10 (!)
Geplante Fahrtstrecke € 9,40
DIFFERENZ € 7,70
(in alter Währung x 13,7603= Ats 105,95)
Da wird also von zwei Bahnverwaltungen eine
Strecke gemeinsam betrieben.
Aber es wird alles schön getrennt abgerechnet!
Sind wir denn nun “im grenzenlosen Europa”
oder nicht?








Ich habe persönlich die Raaber Bahn mehr Kundenservice erlebt, als bei der ÖBB.
Hier falls es sie interessiert.
mein Blogeintrag dazu.
http://weltbeobachterin.blog.de/2008/06/06/freundlichkeit-am-zug-4282220#comments