LKW-Kontrolle direkt
- So, 27. Jan. 2008 | Mobilität
Am Freitag lud mich die Asfinag zu einem Lokalaugenschein vor Ort am LKW-Kontrollpunkt auf der A1 bei Stadt Haag/NÖ ein.
Täglich donnern an die 15.000 LKW Richtung Linz. Ein Bruchteil, nämlich ca. 25 pro Tag, kann auch technisch genau kontrolliert werden. Über die elektronische Balkenanzeige werden alle LKW auf den Kontrollplatz abgeleitet und dort nach Maßgabe der freien Kapazität und der Verdachtsmomente auf die Brückenwaage zur Gewichtskontrolle dirigiert. Die meisten LKW fahren aus Platzgründen einfach auf der Parallelfahrbahn wieder zur A1 zurück.
Freundlich und kompetent erklären mir Polizisten den Ablauf:
1. Ich beobachte eine Gewichtsübertretung: 41,5 Tonnen - eine Strafe von 700 Euro wird fällig; bei 42 Tonnen Gesamtgewicht müßte umgeladen werden.
2. Die Pässe, Fahrzeugpapier und Tachoscheiben werden in vielzu engen Container-Hütten und mobilen Einsatzfahrzeugen kontrolliert; dabei zeigt, sich , dass ein Fahrer letzte Woche 35 Stunden an einem Stück unterwegs war. Vorgeschrieben sind 45-Min-Pausen nach jeweils 4,5 Stunden und höchstens 9 Stunden Fahrzeit an einem Tag. Die Strafe wird saftig ausfallen - das Verkehrssicherheitsrisiko durch Übermüdung ist häufig tödlich.
3. Bei der technischen Überprüfung von schrottreifen LKWs zeigen sich erhebliche Bremsmägel: die linke und rechte Bremse funktionieren völlig ungleich. Ein Münchner Überstellungskennzeichen weist darauf hin, dass der LKW ursprünglich aus dem Burgenland verkauft wurde und nun vom Münchner Händler über Tallin per Schiff nach Afrika oder Asien gebracht werden soll. Ein Pensionist aus einem östlichen Nachbarstaat führt die hochriskante Fahrt teilweise mit völlig glatzigen Reifen und vielen anderen technischen Mängel durch - wahrscheinlich zu einem Hungerlohn. Für ihn und den LKW, auch für den zweiten aus Purbach ist nun Endstation.
4. Auf dem Abstellplatz wartet ein Tieflader mit überdimensionaler Fracht (Halbkreisförmige Rohrteile über 4 m); die techn. Prüfhalle ist zu niedrig. Mehr Abstellplätze sind nötig.
5. Die Asfinag bittet einen niederländischen Mautpreller zur Kasse, 226 Euro Strafe für einen Tag ohne funktionierende On-Board-Unit! Derzeit zahlt ein Vierachser 32 Cent pro Kilometer Autobahn.
Gemeinsam mit den Polizisten berate ich anschließend Maßnahmen zur Verbesserung der Kontrollen und Verkehrssicheheit - viele werde ich im Parlament beantragen. Ein Danke an die Asfinag; und eine Aufforderung für mehr Kontrollplätze, denn der Kontrollplatz in Stadt Haag ist der erste fixe auf der Autobahn nach der ungarisch/slowakischen Grenze Richtung Westen (erst nach bereits 160 km Fahrt auf österreichs Autobahnen!!1). Für einen in Bruck an der Leitha läuft die Genehmigung. Ich beantragte im Parlament bereits, dass jeder LKW nach Grenzübertritt durchgecheckt werden muss.
Meine Beobachtung hier vor Ort zeigt ja, wie viele Schrott-LKW täglich das Leben von Menschen gefährden!!!








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