Immobiliengeschäfte

Seit mehr als einem Jahr beobachte ich die Immobilienverkäufe von ÖBB und Telekom Austria. In der Branche üblich sind Versteigerungen zwischen den Bestbieten – ein transparentes Verfahren, nach dem der höchste Erlös für den Verkäufer erzielt werden kann. Die ÖBB verzichteten auf diese nachvollziehbare Vorgangsweise und verkauften an Insiderkreise ohne vorhergehenden transparenten Wettbewerb der Interessenten.

So kam es, dass das Objekt Elisabethstraße 20 (Wien) um 9 Mio Euro verkauft wurde, während das weniger attraktive Nebengebäude von Privaten um 13 Mio Euro an einen Käufer veräußert wurde: die ÖBB verzichteten also auf 4 Mio Euro.

Besonders eigenartig entwickelte sich der Verkauf des Palais der Telekom am Schillerplatz 4 in Wien: Die Gattin von ÖBB-Chef Huber, eine in der Immobilienbranche völlig Unerfahrene, gründete mit dem Steuerberater der Familie eine „Entwicklungsgesellschaft Schillerplatz“, nahm bei der Raiffeisenbank einen Kredit auf, kaufte um knapp 6 Mio Euro das Objekt der Telekom ab, ließ von einem Architekten, der zufälligerweise an der Planung des Wiener Hauptbahnhofs mitwirkt, ein Penthaus entwerfen, erhielt die Bewilligung zum Ausbau vom Magistrat Wien und verkauft das Palais um 11 bis 12 Mio Euro weiter. Interessent ist die Firma Seeste Bau, die wieder Grund am Wiener Hauptbahnhof erwirbt. Verdacht: das Schillerplatz-Wohnobjekt kostet viel – für Bahnhofsgrund wird eventuell weniger verlangt. 75 % an der Entwicklungsgesellschaft, die Hubers Steuerberater vertritt, gehören Unbekannten, wer kann das schon sein? Menschen aus dem Umfeld von Huber?


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