Die 3. Ind. Revolution ist grün - Jeremy Rifkin in Wien
- Mi, 07. Nov. 2007 | Sonstiges
![]()
Auf Einladung eines Immobilien-Investors sprach am Dienstag Abend der amerikanische EU-Berater und Zukunftsexperte, Jeremy Rifkin, in der Akademie d. Wissenschaften über die 3. Industrielle Revolution. Er sah in der Erdölknappheit und im Klimawandel die Herausforderung für die Umstellung auf ein solares, dezentrales Energiesystem, das mittels Wasserstoff die Speicherfrage löst. Dazu zeigte die Firma Fronius die entsprechende Anlage, wonach der Jahresenergiebedarf einer Familie mit 8 l Wasser und solarer Energie zu decken sei. Das erlauchte Publikum lauschte inklusive Bundeskanzler Gusenbauer, der allerdings wegen der schlechten Akustik einmal einnickte.
In der anschließenden Podiumsdisskusion beschränkte sich BK Gusenbauer auf die Aussage der Notwendigkeit thermischer Sanierung, da dies am effizientesten, die Maßnahmen der EU und die Hoffnung, dass sich die beste Technik durchsetze. Dies war Glawischnig viel zu wenig, unter Applaus des Publikums verlangte sie konsequentere und konkretere Schritte: Ökosteuer, Passiv-Hausstandard, Ökostromgesetz, etc.
Neben mir saß das Ehepaar Kromp-Kolb, vor mir Fr. Knoll mit Ex-Minister Lacina; auch der Altbundeskanzler Vranitzky war anwesend.
Bedrückend wie immer bei solchen engagierten Vorträgen wirkte die Diskrepanz zwischen den dringenden Aufrufen zur Energiewende und der Lethargie des Publikums. Beim anschließenden Empfang äußerte sich meinen Kollege Marizzi sarkastisch: “Nur die Macht des Faktischen wird etwas ändern, die Leute ändern sich nicht von selbst. Schon 1991 unter Vranitzky haben wir die thermische Gebäudesanierung im Regierungsprogramm!”
Ich konnte ihm nur in einem Punkt widersprechen: Politik ist nicht Warten auf die Macht des Faktischen, sondern Gestaltungsanspruch, dass Katastrophen möglichst verhindert werden. Und so beantrage ich im Parlament die Umstellung der Autobesteuerung, die Verknüpfung der Wohnbauförderung mit Klimaschutzmaßnahmen, die Änderung der Mietgesetzgebung im Hinblick auf Energieeinsparungen, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Verbesserung des ÖKostromgesetzes, die bundeseinheitliche Regelung von Bautechnik und Raumordnung,….








Kommentar hinterlassen