Licht am Tag
- Di, 11. Sep. 2007 | Mobilität
Gestern verkündete Min. Faymann via Kronenzeitung das Ende des gesetzlichen Zwangs zu Licht am Tag. Monatelanges Kampagnisieren diverser Massenblätter gegen diese von Min. Gorbach übers Knie gebrochene Einführung von Licht am Tag führten zum Erfolg - nun sollte es wieder aus sein mit Licht am Tag.
Im September 2005 stimmte ich nur mit großer Selbstüberwindung für die gesetzliche Einführung des “Lichtzwangs”. Univ. Prof. Pleger hatte es im Freiland empfohlen, eine Senkung der Verkehrstoten um 30 pro Jahr war argumentiert worden. Alle Fraktionen waren dafür. Ich setzte eine Evaluierung dieser Maßnahme durch, verwies aber bereits damals darauf, dass die Diskussion um Licht am Tag von graviereden Verkehrssicherheitsproblemen ablenke, nämlich von zu schnellem Fahren. Dort müsse in erster Linie der Hebel angesetzt werden. Wenn die Autofahrer langsamer fahren, können sie auch eher und besser wahrgenommen werden, besteht mehr Zeit für Reaktion, ist Licht am Tag eigentlich überflüssig. Meine Bedenken gingen auch dahin, dass Fußgeher und Radfahrer besser gesehen werden, wenn Autos nicht zusätzlich beleuchtet sind. Der höhere Spritverbrauch/Abgaswert sprach auch gegen Licht am Tag.
Nun, zwei Jahre später hatte eine Studie meine Bedenken bestätigt. Aber wiederum lenkt die Diskussion über Licht am Tag vom Kernproblem der Verkehrssicherheit ab, vom Rasen. Hier muss Minister Faymann endlich durchgreifen, das erfordert mehr Mut und Durchsetzungskraft als Licht am Tag wieder abzuschaffen! Aber dadurch würden mehr Leben gerettet.
Fußnote: WEnn weiterhin 50% der Autos mit Licht am tag unterwegs sind, sinkt die Sicherheit für die unbeleuchteten und Verbessert sich die Sicherheit der “Einspurigen” nicht. Wenn doch endlich europaweit das spritsparende Tagfahrlicht käme und Geschwindigkeitsdelikte hart bestraft würden! Rasen mit oder ohne Licht muss verhindert werden!








Sg Frau Abgeordnete,
das Thema Licht am Tag ist wirklich schon 25 Jahre alt und viele Köche verdarben den Brei; wichtig scheint mir eine Einheitlichkeit; der durch die Abschaffung entstandene Durcheinander ist nun durch einige Dinge ergänzt, wie sie vorher schon zu viel waren:
Viele Fahrer, die Tagsüber mit Nebelscheinwerfern fuhren (was erlaubt worden ist zur Schonung der Abblendleuchten!) sind nun Tag und Nacht mit Nebelscheinwerfern unterwegs, einige gleich mit der Nebelschlußleuchten; manche fahren jetzt mit Begrenzungslicht etc. etc.
Die Schlußfolgerungen Pflegers, daß Licht am Tag den Lenker zu stark Aufmerksamkeitsmäßig bindet, sehe ich nicht ganz; Grundproblem beim Vorauschauneden fahren wäre eine sehtechnische Grundschulung in den Fahrschulen und die gibt es bis dato nicht.
Habe eine derartige Schulung vor 25 Jahren mit Fahranfängern erarbeitet, mit bestem Erfolg …
Wenn es Sie interessiert, stehe ich gerne für ein Gespräch zur Verfügung.
Mein Motto: Ein guter Verkehrsteilnehmer erlebt in den nächsten 10 Sekunden keine Überaschungen ….
Guten Rutsch nachwärts (aber nicht auf der Strasse)