Tourismus braucht bessere Koordination

Österreichs Entwicklung im Tourismusbereich könnte bedeutend besser sein, wenn die Regionen und Anbieter an einem Strang zögen. Von Experten aus der Branche kommt daher berechtigter Weise die Forderung nach einem Masterplan. Noch im Jänner 2006 beantragete ich dies daher im Parlament:

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

der Abgeordneten Dr Gabriela Moser, Freundinnen und Freunde

betreffend Masterplan Tourismus

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist ein wesentliches Standbein der österreichischen Wirtschaft und mit einem Anteil von fast einem Fünftel am österreichischen Bruttoinlandsprodukt eine ihrer wichtigsten Branchen. Eine koordinierte Weiterentwicklung unter der Maxime der Nachhaltigkeit ist daher nötig.

Die Politik hat in diesem Sinn die Verantwortung für eine entsprechende, umfassende Abstimmung der Rahmenbedingungen. Diese ist Inhalt einer Masterplanung, die von vielen Seiten – darunter auch den Grünen – seit Jahren angeregt bzw. gefordert wird. Ein Masterplan Tourismus dient der mittelfristigen tourismusstrategischen Ausrichtung und soll existierende Schwerpunktprogramme unter Bündelung mit den tourismuspolitischen Zielen der Länder einbinden. Eine Masterplanung ist eine wichtige Grundlage, um sachlich fokussierte Marketing- und Förderpolitik, Qualifizierungs- und Ökologisierungsmaßnahmen in einen inhaltlich wie interessensmäßig abgestimmten Rahmen einbetten zu können und damit die ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Tourismuspolitik sicherzustellen. Die Erarbeitung eines Masterplans Tourismus soll in zeitgemäßer, partizipativer Form erfolgen, wobei neben BranchenvertreterInnen auch die Fachwelt und einschlägig tätige Nichtregierungsorganisationen einzubinden wären. Der Umgang mit großen Zukunftsfragen wie dem Klimawandel und seinen Folgen muss im Sinn der geforderten Nachhaltigkeit ebenfalls gebührenden Stellenwert erhalten. 

Im Gegensatz zu anderen, volkswirtschaftlich insgesamt wesentlich weniger gewichtigen Bereichen wie der Luftfahrt ist im neuen Regierungsübereinkommen für den zentralen Bereich Tourismus und Freizeitwirtschaft keine Masterplanung vorgesehen. Im Hinblick auf die verteilten Kompetenzen wäre ein Masterplan im Tourismus jedoch doppelt wichtig.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG: 

Der Nationalrat wolle beschließen:

Die Bundesregierung und insbesondere der ressortzuständige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit wird aufgefordert, einen Masterplan Tourismus zu erarbeiten und damit eine ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltige mittelfristige strategische Ausrichtung der Tourismuspolitik und ihrer Maßnahmen in Österreich sicherzustellen.

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Tourismusausschuss vorgeschlagen.


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