Mobilfunk und Gesundheit

Im Auftrag von Rudi Anschober verfaßte Univ. Prof. Michael Kundi die gleichlautende Broschüre, die in der Umweltakademie des Landes OÖ bezogen werden kann.

Kernaussagen:

Untersuchungen mit Zellen, die Feldern ausgesetzt

wurden, die denen eines Handys entsprechen, zeigen,

dass manche Typen von Zellen vermehrt Veränderungen

des Erbguts aufweisen, während andere völlig unbeeinflusst

bleiben.

Es ist das Dilemma der medizinischen Risikobeurteilung,

dass sie immer erst Jahre nach Einführung

einer Technologie eine haltbare Aussage machen

kann. Das digitale Mobiltelefon (bei uns der GSM

Standard) gibt es noch nicht lange genug, um eine belastbare

Aussage über dessen Risiko machen zu können.

Wenn wir das dann in einigen Jahren tun können,

wird das GSM-Handy bereits von denen der

dritten Generation (dem UMTS Standard) abgelöst

sein und das ‚Spiel‘ beginnt von neuem.

Die derzeit in 13 Ländern laufende, von der WHO betreute

Interphone-Studie zur Frage des Hirntumorrisikos

bei Handybenutzung wird vielleicht groß genug

sein, um auch für Digitalhandys eine Aussage zu ermöglichen.

Bei allem Verständnis für die Sorgen der Bürger kann die

Wissenschaft derzeit noch keine ausreichenden Belege

dafür vorbringen, dass das Leben in der Nähe einer

Basisstation oder das Telefonieren mit einem Handy mit

einem erhöhten Risiko, an Krebs zu erkranken oder

andere gesundheitliche Störungen zu erleiden, verbunden

ist. Die vorliegenden Befunde rechtfertigen aber sehr

wohl, einen vorsichtigen Umgang mit dieser Technologie

zu empfehlen.

Die ständig wiederholte Aussage der Vertreter der

Mobilfunkindustrie, es gäbe keinerlei Hinweise auf

irgendwelche gesundheitliche Auswirkungen, ist ebenso

falsch und unangebracht wie die Weltuntergangsszenarien,

die von manchen Mobilfunkgegnern an die

Wand gemalt werden.

Seine Empfehlungen:

Die Benutzung von Mobiltelefonen erfolgt in den meisten Fällen freiwillig;

es steht an sich jedem frei zu entscheiden, ob, wann und wie

lange er oder sie mit dem Handy telefoniert. Kinder und Jugendliche

brauchen nur in Ausnahmesituationen Mobiltelefone für wichtige

Gespräche – das gilt im Übrigen auch für Erwachsene.

Kinder und Jugendliche sollen daher ermutigt werden,

• die Sprechzeiten so kurz wie möglich zu halten,

• keine unnötigen Gespräche zu führen („Ich bin hier, wo bist du?“),

• besser SMS zu verwenden (das ist billiger und weniger belastend,

weil das Handy beim Absenden weiter weg gehalten wird)

• wenn möglich das Festnetztelefon zu benutzen

• nicht an Orten mit schlechtem Empfang (im Auto ohne Außenantenne,

in der Bahn oder Straßenbahn, im Keller, im Aufzug, weit

außerhalb von Ortschaften) zu telefonieren

• Freisprecheinrichtungen zu verwenden

• dem Gruppendruck zu widerstehen.

Weitere Tipps

• Nicht alle Handys strahlen gleich. Hier gibt es Unterschiede bis zu

mehr als dem 10fachen. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf eines

Mobiltelefons über den SAR-Wert. Je niedriger dieser Wert umso

besser. Durch den Kauf eines strahlungsarmen Handys können

Sie ein mögliches Risiko für sich und ihre Kinder gering halten.

• Bitte bedenken Sie, dass auch andere Personen in der Nähe durch

die Strahlung Ihres Handys belastet werden können (z.B. wenn

Sie telefonieren und Ihr Kind auf dem Schoß haben).

• Achten Sie darauf, dass möglichst viele „Empfangsstriche“ am

Handydisplay aufscheinen.

Alle diese Empfehlungen gelten auch für Erwachsene.


Kommentar hinterlassen


Um Spam vorzubeugen geben Sie bitte den abgebildeten Code ein.
Um an die Audioversion des Codes zu gelangen klicken Sie bitte auf das Codefoto.
Neuen Code anfordern!

Click to hear an audio file of the anti-spam word