EU zu Elektromagn. Strahlung
EUROPÄISCHES PARLAMENT
Generaldirektion Wissenschaft-Direktion A
STOA - Bewertung Wissenschaftlicher und Technologischer Optionen
Options Brief und Zusammenfassung
PE Nr. 297.574 März 2001
DIE PHYSIOLOGISCHEN UND UMWELTRELEVANTEN
AUSWIRKUNGEN NICHT IONISIERENDER
ELEKTROMAGNETISCHER STRAHLUNG
(……)
Es gibt einen Mangel an Konsens unter den
Fachleuten über die Bedeutung und
Glaubwürdigkeit von Untersuchungen
biologischer Effekte GSM-typischer Strahlung
und möglicher gesundheitsschädliche Reaktionen
dafür empfänglicher Personen (trotz vieler
übereinstimmender, anekdotisch positiver
Berichte).
Man darf wahrscheinlich mit Fug und Recht
sagen, dass, träfe ein neues Medikament oder
Lebensmittel auf denselben Mangel an Konsens
und gleich starke Bedenken, es niemals
zugelassen würde.
Besondere Besorgnis in der Öffentlichkeit - und
die meiste Entrüstung - erregt die unfreiwillige,
rund um die Uhr stattfindende Belastung
bestimmter Bevölkerungsgruppen durch die
Emissionen einer GSM-Basisstation, wenn diese
unsensiblerweise in der Nähe von Häusern,
Schulen oder Krankenhäusern aufgestellt wurde.
Die Umgebung dieser Leute ist permanent und
unausweichlich belastet. Dies ist ein völlig
inakzeptabler Sachstand, der schwer wiegende
ethische Fragen aufwirft und wohl den
Nürnberger Code insofern verletzt, als dass es
diese Menschen sind, an denen sich schließlich
zeigen wird, ab welchem Grad die chronische
Belastung durch solche Felder schädlich ist –
Informationen, die gegenwärtig nicht verfügbarsind. Anders ausgedrückt: Im Endeffekt sind sie
unfreiwillige Objekte eines Massenexperiments.
Diese Untersuchung bietet eine Perspektive in
Bezug auf die potenzielle Bedeutung, welche die
Belastung durch die gegenwärtig in der GSMTelefonie
verwendete impulsartige
Mikrowellenstrahlung für die menschliche
Gesundheit hat. Sie unterscheidet sich etwas von
der, welche die gängige Lehrmeinung vertritt,
bietet aber einen viel ganzheitlicheren Einblick in
die wesentlichen Elemente des Problems.
Von besonderer Wichtigkeit ist die Betonung (i)
der Tatsache, dass elektromagnetische Felder
lebenden Organismen nicht fremd sind, sondern
bei der Kontrolle und Aufrechterhaltung ihrer
ordnungsgemäßen Funktion eine wesentliche
Rolle spielen, ein lebender Organismus also ein
elektromagnetisches Instrument großer und
ausgesuchter Empfindlichkeit ist,
(ii) der Subjektivität der Anfälligkeit desMenschen, die sich zwangsläufig aus der von
Natur aus nicht linearen Art des Problems ergibt,
welche hier ab initio anerkannt wird, und(iii) des Vorhandenseins von ELF-Merkmalen
sowohl in den von einer Mobiltelefonantenne
abgestrahlten Mikrowellenimpulsen als auch in
den (viel durchdringenderen) Magnetfeldern, die
den elektrischen Stromstößen der Batterie im
Hörer zuzuordnen sind, welche für die Erzeugung
der Mikrowellenimpulse erforderlich sind.
(…)
Obgleich das Auftreten nicht-thermischer
Einflüsse natürlich nicht per se notwendigerweise
schädliche Folgen für die menschliche
Gesundheit nach sich zieht, geben die
zunehmenden Anzeichen einer Übereinstimmung
zwischen einigen der veröffentlichten nichtthermischen
Effekte der GSM-Strahlung und der
Art bestimmter berichteter gesundheitsschädigender
Auswirkungen Anlass zur Sorge -
besonders die neueren Berichte über ein
verstärktes Auftreten einer seltenen Art von
Gehirntumor (unbeschadet der relativ kurzen
Belastungsdauer im Vergleich zu üblichen
Ruheperioden), das zur Genotoxizität der
Strahlung konsistent ist.
Die Gründe, warum bei Kindern von einem
potenziell höheren Risiko auszugehen ist, werden
identifiziert und der wohl wichtigste Punkt - dass
nämlich nicht jeder zwangsläufig geschädigt wird
- ist aufgeführt, desgleichen die Auswirkungen,
die dieses auf die Gültigkeit der bekannten
Behauptung hat, es gebe unter der
Voraussetzung keine festgestellten
gesundheitsschädigenden Auswirkungen der
Belastung durch GSM-Strahlung, dass ihre
Intensität die von den vorhandenen
Sicherheitsrichtlinien gesetzten Grenzwerte
einhält, welche, wie argumentiert wird, das
benachteiligendste Merkmal von allen
vernachlässigt – die Tatsache, das das belastete
Objekt lebt.
Herausgeber University of Warwick,
Department of Physics, Coventry, UK
und
Internationales Institut für Biophysik,
Neuss-Holzheim, Deutschland
von Dr. G. Hyland








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