In nur 25 Minuten Wien - St. Pölten
- Mo, 03. Sep. 2007 | Mobilität
Die ÖBB luden mich zur “Tunneldurchschlagsfeier” des Wienerwaldtunnels ein. In der zukünftigen Weichenstellhalle bei Wien Hadersdorf empfing uns eine riesige Festtafel. Zahlreiche Arbeiter und hunderte AnrainerInnen, die unter den Bohrarbeiten gelitten hatten, warteten auf die Eröffnung.
Als Patinnen drückten die Frau Bundespräsident und die Frau Bezirksrat auf den Knopf, der Vorhang fiel und die Tunnelbohrmaschine legt die letzten Meter zum Durchschlag zurück.
Sofort reihte sich die ÖBB- und Ministeriumsprominenz vor die Bohrköpfe.
Glücklicherweise gelangen die beeindruckenden bergmännischen Arbeiten ohne größeren Unfall. Die 13,3 Km kosten 617 Mio Euro und verkürzen zusammen mit anderen Maßnahmen die Fahrzeit von Wien nach St. Pölten um 20 Miniuten auf unter eine halbe Stunde. Vor allem Kapazitätsgründe auf der alten Strecke rechtfertigen für mich diesen Aufwand. Er muss aber auch den PendlerInnen zu Gute kommen.
Die verschiedenen Baufirmen hatten die Tunnelvortriebsmaschine gekauft und werden sie nun wieder an die Herstellerfirma rückübertragen, damit Teile des Riesengeräts wiederverwendet werden. Für die Koralm ist es allerding zu früh, dort stehen vorerst Arbeiten auf den Vorlaufstrecken an. Bei der Koralm habe ich auch meine großen Bedenken, die Sinnhaftigkeit des Tunnels - Kosten über 5 Milliarden - für vielleicht 100 Reisende am Tag zwischen Graz und Klagenfurt konnte mir bisher niemand klarmachen.
Der Wienerwald-Tunnel ist deshalb nicht nur Längen-Weltrekord im Bereich der Hochleistungsstrecken-Tunnels, sondern eine zweckmäßige Verbesserung für ein besseres Zugangebot. Nur darf der Finanzminister nicht den Kopf in denTunnelsand stecken, sondern muß die ÖBB-Streckenausbauten durch jährlich wachsende Budegetmittel direkt finanzieren, z.B. durch die Einführung einer flächendeckenden LKW-Maut, so wie in der Schweiz.
Mit Tunnels auf Kosten einer hochverschuldet-bankrotten ÖBB ist uns allen nicht geholfen, denn dann sinkt das Gesamtangebot für die Fahrgäste.








Kommentar hinterlassen