Vollgas bei Wärmedämmung
Grüne/Moser/Wohnen:
Endlich Vollgas bei Wärmedämmung gebenThermische Sanierung von Gebäuden bringt größten Beitrag zur Klimarettung„
Die Bundes- und Landesregierungen müssen endlich Vollgas bei der Wärmedämmung von Gebäuden geben!“ fordert die Wohnungs- und Bautensprecherin der Grünen, Gabriela Moser. Die Gelder der Wohnbauförderung und die Bauordnungen müssen sich an den Erfordernissen des Klimaschutzes und Energiesparens orientieren. „Wärmedämmen bringt für MieterInnen, Wirtschaft und Umwelt eine allseitige Win-win-Situation!“
Der dritte Teil des UN-Klimaberichts fordert bereits kurzfristig bis 2015 wirksame Maßnahmen gegen die Erderwärmung und sieht die größten Einsparpotentiale mit vertretbarem Kostenaufwand im Gebäudesektor. Mit dem heute bereits ausgereiften Wärmedämmungssystemen wie z.B. dem Passivhausstandard sind im Neubau 80 % und in der Altbausanierung auf Passivhausstandard sogar bis zu 95 % Einsparung bei einem Großteil der Gebäude möglich.
Die weltweiten Einsparpotentiale von Treibhausemissionen wurden nach deren Kosten bis max. 100 US$/Tonne CO2-Äquivalent für verschiedene Sektoren ermittelt:
| Weltweites Einsparpotential von Treibhausemissionen | ||||
| Sektoren | In Gigatonnen CO2-Äquivalent/Jahr | bis 20 US$/to CO2 | bis 50 US$/to CO2 | bis 100US$/to CO2 |
| Gebäude | Gt CO2/a | 5,3 | 5,8 | 6,1 |
| Energieerzeugung | Gt CO2/a | 1,9 | 3,1 | 3,5 |
| Industrie | Gt CO2/a | 1,0 | 3,3 | 4,0 |
| Landwirtschaft | Gt CO2/a | 1,6 | 2,7 | 4,3 |
| Forstwirtschaft | Gt CO2/a | 1,0 | 2,0 | 2,8 |
| Transport | Gt CO2/a | 1,8 | 1,8 | 2,0 |
| Abfall | Gt CO2/a | 0,5 | 0,7 | 0,7 |
Quelle: IPCC Fourth Assessment Report, Working Group III, 4.4.07 Bangkok
Dieses weltweite Einsparpotential nur für den Gebäudesektor in einem Umfang von sechs Gigatonnen CO2 mit Kosten von unter 100 US$/Tonne CO2-Äquivalent ist vergleichsweise größer als sämtliche Jahresemissionen der gesamten EU.Mit offensiven Maßnahmen lassen sich CO2-Emissionen bis 2020 halbieren! Die Wohn- und Bautensprecherin der Grünen fordert ein Maßnahmenpaket von rechtlichen und finanziellen Änderungen zur Erreichung des Energiespar- und Klimaschutzzieles: · Im Baurecht der Bundesländer ist gemäß OIB Richtlinie 6 die Mindestanforderung für Neubauten auf max. 55 kWh/m²a bereits ab 2008 statt max. 78 kWh/m²a zu begrenzen. Diese Forderung wird auch von den Bundesländern Vorarlberg und Burgenland eingebracht. Bei umfassenden Altbausanierungen sollte die Mindestanforderung auf max. 80 kWh/m²a bereits ab 2008 statt max. 102 kWh/m²a zu begrenzen. · Mindeststandard Passivhaus im geförderten Mehrfamilienhaus ab 2009.
Dies entspricht einem maximalen Heizwärmebedarf nach OIB von 10 kWh/m²a und damit einer Reduktion um 75% gegenüber dem aktuellen Standard. Bereits seit 1.1.2007 weisen alle geförderten Neubauten von gemeinnützigen Bauträgern in Vorarlberg mindestens Passivhausstandard auf. Und in Wien läuft gerade der Bauträgerwettbewerb „Eurogate“ mit 900 Wohneinheiten. In Niederösterreich lag 2006 bei geförderten Mehrfamilien Neubauten der durchschnittliche Heizwärmebedarf bereits bei 21 kWh/m²a. Die Regelung im Regierungsprogramm, „Ab 2015 sollen im Bereich der Wohnbauförderung nur mehr Häuser im großvolumigen Wohnbau gefördert werden, die dem „klima:aktiv Passivhaus Standard“ entsprechen“, greift hier viel zu kurz. · Mindeststandard Passivhaus im geförderten Einfamilienhaus bis 2012.
Durch die schrittweise jährliche Absenkung der Grenzwerte soll bis spätestens 2012 auch im geförderten Einfamilienhaus das Passivhaus Mindeststandard sein. Grundsätzlich sollten aber für Einfamilienhaus und Wohnhausanlage die gleichen Regelungen gelten. Gerade Eigenheime haben im Vergleich zu Wohnungen einerseits weit größere Wohnnutzflächen pro Bewohner, und sind andererseits durch deren Siedlungsstruktur auch für wesentlich höhere CO2-Emissionen durch Verkehr verantwortlich. Aus sozialpolitischer Sicht ist zudem eine mindere Anforderung an Eigenheime gegenüber sozialen Mietwohnungen nicht akzeptabel. · Bis 2020 thermische Sanierung aller Nachkriegsbauten 1945 – 1980 gemäß Regierungsübereinkommen, was mindestens einer Steigerung der jährlichen Sanierungsrate auf das Sechsfache bedeutet. Allerdings führen diese Maßnahmen NUR dann zum vereinbarten EU-Ziel, wenn diese thermischen Sanierungen das optimale Einsparungspotential nutzen – also im Mittel eine 70%-ige Energieeinsparung erzielt wird. Dies erfordert jedoch eine gravierende Neuausrichtung der meisten Wohnbauförderungen zur Forcierung thermisch höchsteffizientester Sanierungen, welche bis zum Passivhausstandard reichen müssen. Vorbild ist auch hier Vorarlberg, wo bereits seit 1.1.2007 alle geförderten
· Altbausanierungen dieser Bauperiode von gemeinnützigen Bauträgern mindestens eine 80%-ige Energieeinsparung aufweisen müssen. · Der größte Handlungsbedarf besteht aber bei den 718.000 Eigenheimen der Nachkriegsbauten 1945 – 1980. Diese Gebäudegruppe weist mit 6,0 TWh mit Abstand den größten Energieverbrauch auf. Außerdem haben diese Häuser den höchsten Heizwärmebedarf von durchschnittlich 200 kWh/m²a und verursachen damit den Besitzern heute bereits jährliche Heizkosten von 2.000.- bis 3.500.- Euro. Um diese Eigenheime mittelfristig überhaupt leistbar noch beheizen zu können, ist hier eine groß angelegte Sanierungsoffensive dringend erforderlich. Bis 2020 ist daher eine thermische Sanierungsoffensive für diese Gebäudegruppe erforderlich, die ebenfalls das optimale Einsparungspotential nutzt – also im Mittel eine 70%-ige Energieeinsparung erzielt. Energieeinsparungen im Gebäudesektor sind sozial verträglich und erhöhen Wohnkomfort und Gesundheit Neben den bedeutenden Einsparungspotentialen bringen die thermische Sanierung, speziell mit Passivhauskomponenten und der Neubau in Passivhausstandard zudem eine breite Palette an Vorteilen für die Bewohner und Benutzer:· nur ein Zehntel an Energiekosten· langfristige Versorgungssicherheit· permanent frische Luft in allen Räumen· keine Staub- und Pollenbelastung· kein Straßenlärm· keine Schadstoffkonzentrationen in Räumen· keine Schimmelbildung · Wertsteigerung der ImmobilienKlimaschutzinvestitionen ermöglichen somit echte Win - Win Situationen.








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