Wels – Linz: statt 12 Minuten um 4 Euro mit den ÖBB eine Stunde um 75 Euro mit dem Taxi

Auf den letzten Kilometern, knapp vor der Ziel-Linie Linz,  endete unser Rad-Urlaub (Elbequelle bis Riesa bei Meißen) in Wels “dank” den ÖBB fast mit einem Fiasko. Deshalb verfaßte ich folgendes Mail an die verantwortlichen Manager:  

Sg. Herrn! 

Danke für die Zusendung der Broschüre “Railteam. High Speed Europe”, die ich in meiner Urlaubspost fand.. Angesichts meiner jüngsten Erfahrungen fühlte ich mich mehr als “gefrotzelt” (OÖ: für blöd verkauft), denn sture ÖBB Vorschriften samt Schaffner verdarben mir den letzten Urlaubstag gewaltig (höflich ausgedrückt). Viele kleine Unbillen der ÖBB schlucke ich als Vielfahrerin anstandslos, aber diese folgende wird gravierende parlamentarische Folgen haben. 

Seit Jahren unternehmen wir nur Urlaubsfahrten mit der Bahn, diesmal wieder mit dem Rad. Nach 600 km die Elbe entlang ging es am Samstag zurück von Leipzig nach Linz. Wegen dt. Zugverspätungen kamen wir erst um 18.48 in Passau an und mussten letztlich per Taxi von Wels nach Linz transportiert werden, da der Radtransport mit dem ICE (Wels ab 22.28) nicht gestattet ist, obwohl genügend Platz besteht und Rollstühle bei 200 km/h genauso gefährlich für Mitreisende sind wie Räder (75 Euro Taxi-kosten und obwohl wir auf Anraten der Schaffnerin in Passau eine Fahrkarte bei den ÖBB bis Linz lösten). Dazu meine generellen Anmerkungen zum Radtransport/Fahrplan Passau - Linz 

 

Die ÖBB macht hier folgende gravierende Fehler: 

Es gibt keinen Taktfahrplan Passau — Linz, wie er auf der Strecke Salzburg — Linz selbstverständlich ist, obwohl das Kundenpotenzial sicher vergleichbar ist (an der Strecke liegen immerhin Schärding, Grieskirchen und Bad Schallerbach und über Neumarkt-Kallham ist auch Ried im Innkreis hier angeschlossen). Es gibt einen Ansatz von Taktverkehr mit den Zügen um 13 Uhr 15, 15 Uhr 15 und 17 Uhr 14, statt dann um 19 Uhr 14 fährt aber schon um 18 Uhr 48 ein Zug. In unserem Fall hätten wir den Zug um 19 Uhr 14, der ja auch sicher Fahrräder transportieren würde, gut erreicht und es hätte überhaupt kein Problem gegeben. 

Der letzte Zug um 21 Uhr 09 ab Passau fährt nur bis Wels. Er könnte sehr leicht bis Linz verlängert werden, natürlich mit Halten in Marchtrenk usw., Orte, die um diese Zeit überhaupt nicht mehr erreicht werden können. Nach Linz fährt samstags nur noch der ICE, der eben keine Fahrräder mitnimmt, Rollstühle anscheinend aber schon. Auch im Fall, dass der Zug ab Passau um 21 Uhr 09 bis Linz weiter gefahren wäre, hätte es überhaupt kein Problem gegeben. 

ICE- Züge sind von ihrer Bauart her nicht für Fahrrad-Mitnahme geeignet und daher extrem unpraktisch. Es müsste für die ÖBB selbstverständlich sein, bei der Anschaffung von neuen Zügen darauf zu achten, dass es in jedem Zug (egal, wie schnell erfährt) einen Waggon gibt, in den man ebenerdig einsteigen und damit schnell und problemlos auch Fahrräder mitnehmen kann. 

Die Summe der drei oben genannten gravierenden Fehler führt dann dazu, dass man ab 18 Uhr 48 nicht mehr von Passau nach Linz mit dem Fahrrad im Zug fahren kann, und das am meist befahrenen Stück Radweg in Österreich, dem Donau-Radweg. 

Es ist auch nicht einzusehen , dass Schaffner strikte Dienstanweisung haben, Reisende 12 Minuten vor Erreichen ihres Heimatortes zu einer auswärtigen Nächtigung oder sündteuren Taxifahrt zu zwingen. Warum gibt es nicht Kulanz-Möglichkeiten wie früher, wenn der Fahrgast eine Erklärung unterschreibt, dass er für ev. Schäden durch sein Rad persönlich haftet.


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