Hybrid-Start durch Pilz
- So, 24. Jun. 2007 | Mobilität
Um den geplanten Bau einer Transitbrücke durch die Au bei Traismauer unter Lokalaugenschein zu nehmen und die Fahrt mit dem Vergnügen der Mohnblüte im Waldviertel zu verknüpfen (keine ÖV-Verbindung möglich), borgte ich mir erstmals den Toyota-Prius, ein Hybrid-Fahrzeug, im Klub aus.Zweimal im Jahr miete ich mir durchschnittlich ein Auto, öfter brauch ich es nicht.Zuversichtlich nähere ich mich dem Parkplatz beim Parlament. Ich steige ein und finde zahlreiche Monitoren ohne Anzeige vor. Der „Power-Knopf“ bringt Licht ins Dunkel, doch der Wagen rührt sich nicht. In der Gebrauchsanweisung lenken mich tausend Funktionen von der wichtigsten ab, dem Starten. 10 Minuten rätsle ich, probiere Hebel, Knöpfe, Pedale, gerate unter Zeitdruck und entsinne mich, dass Peter Pilz ja so einen Hybrid-Wagen fährt. Also rufe ich am Sonntag um 9.00 früh hilfe-heischend an. „Du musst auf die Bremse treten, dann geht er!“ lautete die bereitwillige Auskunft über einen absurden technischen Tatbestand (Fahren durch Bremsen). Sofort höre ich auf meinen Bremsdruck hin ein leises Surren und das Auto fährt endlich los. Der Rest der Fahrtechnik war dann keine Kunst mehr, ich verbrauchte durchschnittlich 5 Liter sogar mit Überlandverkehr und auf der Autobahn zurück von Melk nach Wien.Ich merkte vor allem eines deutlich: Autotechnik und Straßenqualität verleiten automatisch zum Schnellfahren. Nur mit permanenter Selbstkontrolle hielt ich die Tempolimits ein. Emotional und aus der Situation heraus wäre ich viel schneller gefahren als erlaubt, einfach, weil es so leicht geht …… bis die trügerische Sicherheit doch an die Grenzen der Physik stößt.Meine Schlussfolgerung: Autos und Straßen müssen so gebaut werden, dass wieder langsamer und vorsichtiger gefahren wird. Der minimale Zeitgewinn von vielleicht täglich 10 Minuten steht in keinem Verhältnis zum Risiko durch die Tempo-Mentalität.







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