Gedenkveranstaltung Mauthausen per Bahn zu Fuß

 

 

Wie jedes Jahr besuche ich auch diesmal die Gedenkfeier im ehemaligen KZ Mauthausen. Letztes Jahr wanderte ich von der Summeraubahnstrecke ( bei Katsdorf) zweieinhalb Stunden bis zum KZ. Dieses Jahr gehe ich vom Bahnhof Mauthausen eine Stunde von Osten her zum Lager. Wegen des Regens hole ich mir im tiefen Gras des Wanderwegs völlig nasse Hosenbeine. Plötzlich stoße ich auf den Gusenbauerweg.

Auf dem Weg nach Mauthausen   Vor Mauthausen

Die ruhige, schön blühende Landschaft steht in hartem Kontrast zu den grauenhaften Ereignissen vor 70 Jahren. Nur die Stille stimmt mich auf die Gedenkfeier intensiv ein. Das Gehen lässt Reflektieren und Nachdenken zu, deshalb ziehe ich es anderen Formen des Annäherens an diesen Ort grausamster Verbrechen vor. Wegen Zeitnot erlaubt mir die Polizei den Einlass durch den Zaun hinter dem Gelände. Im Rot-Kreuz-Zelt ziehe ich mich noch um, rechtzeitig erreiche ich den Ehrenzug. Michael Köhlmayr erzählt berührend von einem Einzelschicksal eines Ermordeten. Die Zahlen sind abstrakt, das einzelne zählt, denn es kann erzählt werden. 

Mauthausen schmerzt mich noch 14 Tage, denn bei der Rückfahrt bleibe ich gedanklich noch bei Köhlmayr in St. Valentin mit dem Fuß an der Gehsteigkante hängen, falle mit Schwung auf den Asphalt und prelle mir meine Rippen ordentlich.


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