Sturmnacht in der Lobau
Seit Mittwoch stehen die Zelte in der Lobau, am Rande des Nationalparks. Verschiedene AnrainerInnen und Umweltorganisationen besetzen die geplanten Stellen der Probebohrungen. Der milliardenteure Autobahnring um Wien durch einen Nationalpark, die Transitschneise am Rande der Bundeshauptstadt soll verhindert werden. Eisiger Winterwind wehte bereits Ende Oktober. Mit dem Fahrrad fuhr ich am 26. Oktober die 20 Kilometer vom Büro hinter dem Burgtheater zum Zeltlager und der Eröffnungs-Kundgebung. Die Rückfahrt gegen den W-Wind war ein Kraftakt im Finstern.
Nun am 31. Oktober ist die Stimmung trotz schneidender Kälte zuversichtlich: einiges Medienecho, große Unterstützung von den AnrainerInnen in Form von nahrhafter Rindsuppe und diversen Eintopfgerichten und eine verläßliche Stammbelegschaft. Ich rücke einige Strohballen im Indianer-Zelt für mein Lager zurecht. Aus Erfahrung von Hainburg und Lambach weiß ich eine isolierende Schlafunterlage zu schätzen. Als erste Nationalratsabgeordente der Grünen übernachte ich in “Ausübung meines Amtes” als Verkehrssprecherin in einem Protestlager. Gegen 23.00 schlüpfe ich in den Schlafsack auf meinen Strohball in der Mitte des Zelts und höre noch den Wind unter den losen Planen des Zeltes sausen.
Am Morgen traue ich meinen Augen nicht - ich liege beinahe im Freien, nachts hatte der Wind das Zelt verrückt, statt in der Mitt, liege ich nur mehr mit dem Kopf im Zeltinneren! Glücklicherweise begann es erst jetzt zu regenen. Ich stehe auf und räume alles wieder unter die Planen. Bald gilt es Besucher vom Unsinn der Lobau-Autobahn zu überzeugen:
- Kosten an die 3 Milliarden
- Gefährdung des Wasserhaushalts des Nationalparks
- mehr Verkehr
- Transitmagnet,…








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