Hürdenlauf zu “autofreiem Tag” am Attersee
- So, 21. Mai. 2006 | Mobilität
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Der autofreie Rad-Tag am Attersee bot sich für einen Radtransport per Bahn an. Also versuchte ich am Vortag beim Schalter der ÖBB in Linz zwei Radplätze im IC 940 zu reservieren und die Fahrscheine zu lösen. „Ausgebucht“ hieß die Antwort, kein Radtransport möglich. Für den Start um 10.00 vormittags in Kammer gab es auch keinen Eilzug, mit dem Räder ohne Reservierung mitgenommen würden. So ließ ich mir vorsichtshalber als privilegierter Ehrengast ein Fahrrad vom Tourismusverein am Attersee zur Verfügung stellen. Am Sonntag Früh sah ich am Bahnsteig in Linz vor Eintreffen des 8.33 IC 940 einen Radfahrer. Ich machte ihn auf die Aussichtslosigkeit seines Vorhabens aufmerksam, schließlich war ich vom Schalterbeamten vorgewarnt worden. Wir erwarteten einen von Rädern überquellenden Gepäckswaggon und abweisende Gesten des Schaffners. Unseren neugierigen Blicken bot sich jedoch gähnende Leere, verloren lehnte ein Rad in der Ecke des Gepäckabteils. Entweder waren die Reservierungen nicht wahrgenommen worden oder der Schalterbeamte bzw Computer hatte mich getäuscht. Leichter Grimm stieg hoch. Schließlich hatte ich jetzt ohne Rad das Problem, von Vöcklabruck nach Kammer zu kommen. Im Internet war keine Busverbindung angezeigt worden. Auch der Bahnhofsvorstand am Bahnhof Vöcklabruck schaute hilfsbereit nach, ob nicht doch ein Bus fahre. Die Auskunft lautete nein. Auf der Suche nach einem Taxi bog ich um die Ecke des Gebäudes - und erblickte einen abfahrenden Bus mit der Aufschrift „Kammer“. Glücklicherweise ließ er sich noch stoppen, und der freundliche Fahrer lud mich zu einer Freifahrt ein, da der Bordcomputer nicht funktionierte. Also zogen wir unsere routenmäßigen Schleifen 40 Minuten lang durch Vöcklabruck und Lenzing. 10 vor 10 erreichten wir die Absperrung am Ortsrand von Kammer. Die Politesse setzte drei Funkgeräte in Bewegung, um uns, dem Bus und mir, einen Blaulichtbegleitschutz für 50 Meter bis zum Start zu organisieren. Ich sprang jedoch aus und erreichte das Startband, als der Count-down via Lautsprecherstimme „5,4,3“ herunterzählte. Mein Leihrad stand bereit, und ich war um eine Erfahrung reicher: Einfach ein Fahrrad zum Bahnsteig mitnehmen, notfalls aber bei vollem Gepäckswaggon und/oder abweisendem Schaffner dort anketten und in den Zug steigen; oder auf den Ausflug per Bahn verzichten, die gelöste Fahrkarte wieder auszahlen lassen und mit dem Rad eine Runde in Linz/Umgebung drehen. Die ÖBB verlocken einfach zur Flexibilität, trainieren Nerven und testen Charakterfestigkeit bzw Stressresistenz.








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