Postbus-Kidnapping
- Do, 13. Mrz. 2003 | Mobilität
„The best of ÖV“
Winter 2003 “Postbus-Kidnapping” Als Kind fuhr ich mit meinen Großeltern öfter über Land nach Liebenau ins Untere Mühlviertel nahe der tschechischen Grenze. In den 50er Jahren war dies eine Halbtagesreise mit Leberkäse-Rast in Freistadt und Abenteuercharakter nach Harrachtstal - schafft der Bus die Steigung oder nicht? Er schaffte sie immer, auch wenn wir manchmal samt Kanarienvogel aussteigen mussten. Und ich bin dem Postbus treu geblieben. Auch heute fahre ich häufig mit ihm zum Wandern oder Langlaufen ins Mühlviertel. Vor vier Jahren wollten wir von Linz aus nach Ahorn zum Langlaufen und mussten deshalb in Zwettel an der Rodl umsteigen. Früher gab es einen durchfahrenden Bus, nun galt es auf den Anschluss zu warten. Drei Fahrgäste blieben im Bus von Linz nach Bad Leonfelden, zehn wollen mit uns Richtung Traberg/Ahorn und warteten und warteten. Da erschien der Busfahrer im Privat-PKW und stellte entschuldigendfest: “I hoab den Schlissl fü d Garasch net gfunden! Was soll i tuan?” Ich sah schon unsere Langlauftour den Bach hinunterschwimmen und wechselte im Geist bereits die Route Richtung Sternstein. Mein Mann setzte sofort das demokratische Recht der Mehrheit durch: 10 Fahrgäste zurück in den Bus, die drei nach Leonfelden in den PKW des Fahrers. Die Fahrer waren einverstanden, und so fuhr der ursprüngliche Leofeldner Bus nach Ahorn und der PKW nach Bad Leonfelden. Danke der hilfsbereiten und flexiblen Fahrer. Allerdings kannte der ursprüngliche Leonfeldener Fahrer die Strecke nach Ahorn nicht. Also setzte sich kurzentschlossen eine 70jährige Mühlviertlerin in die erste Reihe und kommandierte: “Jetzt foahrst rechts, beim Häusl links, dort biagst wieder recht a, dann geht eant umi….!” Wir kamen mit vereinten Kräften und Ortskenntnissen ans Ziel und hatten eine Riesenhetz. Postbus ist auch Abenteuer/Erlebnis plus Spaß.








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